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Zahnbürste Zähne, geflickt und geputzt der zahnarzt hat mir auf meinen abgebrochenen zahn ‹ein etwas› draufgebaut, das sich wie ein zahn anfühlt. ein dauerprovisorium (er hat dazu was gesagt wie ‹il sont les provisoires, qui durent› aber da ich mein französisch nicht grad präsent hatte und ohnehin einen geschwollenen mund, hab ich, um weiteres abzuwenden, nur freundlich genickt. ist ja mein zahn, mund usw., was jetzt geflickt sein soll. aufs hirn brauch ich beim zahnwechsel nicht noch einen flick drauf (warum sich dentalhygienikerinnen grundsätzlich von zahnseide aufwärts aufführen, als ob sie die staatlich anerkannte moral vertreten würden, lässt sich wohl auch nur dadurch erklären, dass die staatlich verhängte moral zwischen den zähnen hängen bleibt)). und die dentalhygienikerin hat mir den zahnstein abgemeisselt, die zähne poliert und ich habe blut gespuckt und den mund gespült. die zähne sind jetzt so aufpoliert, dass meine zunge darauf ausrutscht. ich kann mit der zunge auf meinen zähnen schlittschuhfahren. [mvs: 030319 etc.] > dentalhygiene; political correctness; anus/anal; erziehung; rache Zahnersatz Zauber Zaunflicker die zäune des eigenen territoriums müssen immer wieder geflickt werden, dass die herde nicht davonläuft, wild wird oder sich mit den herden anderer besitzer vermischen. der hirte und der hirtenhund wie auch die cowboys sind mobile zäune. wie die geflickt werden, ist nicht so offensichtlich: die müssen sich in erster linie gesund erhalten und an sich selber rumflicken. (und noch ein aberratischer logischer zwingschluss: wenn der herrgott unser hirte ist, dann ist er unser mobiler gartenhag und dann ist es ja wohl nur lieb und recht und allen dienlich, wenn man ihm am zeux rumflickt. und gleich nebenher ist erklärt, warum nietzsche’s «gott ist tot» für soviel furore sorgt: wenn der hirte weg ist sausen die schafe wohin sie wollen. das ist für die einen ein wunder an freiheit und wohlgefallen, für die anderen ist es aber, als hätte sie der reiche papa ohne erbe sitzenlassen.) tiere sind im bereich der territorialzäune auch erfindungsreich: vom baumrindenbeknabbern übers kotz-zikkurat bis zum sekretverspritzen hilft vieles als zaun. aber auch diese zäune müssen regelmässig geflickt werden, sollen sie wirksam sein. [mvs: 030317] > territorium; kapitalismus; worst case scenario Zensur, Selbstzensur die geflickten, überklebten zeitschriften : damit man nicht sieht, was anstössig sein könnte. zensurbalken bezeichnen die lücke, die im kopf des betrachters sofort gefüllt wird: der schwarze balken bezeichnet lautstark: hier sofort flicken! der phantasie sind tür und tor geöffnet. wer seine adoleszenz vor der pornoschwemme erlebt hat, weiss genau, was bei diesen balken zu sehen ist: ganze filme hat die phantasie bereitgestellt. (dazu auch: roland barthes: mythen des alltags, striptease.) schon beinahe naiv ist, dass leuten, die nicht erkannt werden sollen, ein schwarzer balken über die augen gedruckt wird. reinster aberglaube à la vogel-strauss mit purzelbaum: wenn die abbilder den betrachter nicht sehen können (wegen dem balken (sic!)), dann kann der betrachter die abgebildete person nicht erkennen. vom abgebildeten wird erwartet, dass er daran glaubt. seltsamerweise oder einleuchtenderweise schaut man ja zuerst auf den abgedeckten teil, die künstlich hergestellte lücke oder absenz. dort, so schliesst man, liegt das entscheidende verborgen. und mit dieser annahme hat man ja nicht immer unrecht. (an aside: ich find es nicht sehr sinnig, wenn der vogel strauss als sinnbild für ‹nicht sehen wollen› verwendet wird: in bezug auf augenbalken ist sein verhalten wesentlich sinnvoller. es ist quasi ein medienscheues tier.) [mvs: 030309] zerlumpt Wer des Flickens nicht mächtig ist, dem gehen die Fäden seiner Bekleidung von selbst aus. Seine Textilien fransen zu Fetzen aus, sodass er immer stärker als Lump bezeichnet werden kann, an dem Lappen herunterlampen und der damit als gesellschaftlich heruntergekommener, armseliger Mensch taxiert, als ein (sich gegenüber) schlecht wirtschaftender, sich vernachlässigender, verwahrloster Mensch angesehen wird. [ffv 13022003]
zertanzten Schuhe, Die Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere. Sie schliefen zusammen in einem Saal, wo ihre Betten nebeneinander standen, und abends, wenn sie darin lagen, schloß der König die Tür zu und verriegelte sie. Wenn er aber am Morgen die Türe aufschloß, so sah er, daß ihre Schuhe zertanzt waren, und niemand konnte herausbringen, wie das zugegangen war. Da ließ der König ausrufen, wers könnte ausfindig machen, wo sie in der Nacht tanzten, der sollte sich eine davon zur Frau wählen und nach seinem Tod König sein: wer sich aber meldete und es nach drei Tagen und Nachten nicht herausbrächte, der hätte sein Leben verwirkt. Nicht lange, so meldete sich ein Königssohn und erbot sich, das Wagnis zu unternehmen. Er ward wohl aufgenommen und abends in ein Zimmer geführt, das an den Schlafsaal stieß. Sein Bett war da aufgeschlagen, und er sollte acht haben, wo sie hingingen und tanzten: und damit sie nichts heimlich treiben konnten oder zu einem andern Ort hinausgingen, war auch die Saaltüre offen gelassen. Dem Königssohn fiels aber wie Blei auf die Augen und er schlief ein, und als er am Morgen aufwachte, waren alle zwölfe zum Tanz gewesen, denn ihre Schuhe standen da und hatten Löcher in den Sohlen. Den zweiten und dritten Abend gings nicht anders, und da ward ihm sein Haupt ohne Barmherzigkeit abgeschlagen. Es kamen hernach noch viele und meldeten sich zu dem Wagestück, sie mußten aber alle ihr Leben lassen. Nun trug sichs zu, daß ein armer Soldat, der eine Wunde hatte und nicht mehr dienen konnte, sich auf dem Weg nach der Stadt befand, wo der König wohnte. Da begegnete ihm eine alte Frau, die fragte ihn, wo er hin wollte. ‹Ich weiß selber nicht recht,› sprach er, und setzte im Scherz hinzu ‹ich hätte wohl Lust, ausfindig zu machen, wo die Königstöchter ihre Schuhe vertanzen, und darnach König zu werden.› ‹Das ist so schwer nicht, › sagte die Alte, ‹du mußt den Wein nicht trinken, der dir abends gebracht wird, und mußt tun, als wärst du fest eingeschlafen.› Darauf gab sie ihm ein Mäntelchen und sprach ‹wenn du das umhängst, so bist du unsichtbar und kannst den zwölfen dann nachschleichen.› Wie der Soldat den guten Rat bekommen hatte, wards Ernst bei ihm, so daß er ein Herz faßte, vor den König ging und sich als Freier meldete. Er ward so gut aufgenommen wie die andern auch und wurden ihm königliche Kleider angetan Abends zur Schlafenszeit ward er in das Vorzimmer geführt, und als er zu Bette gehen wollte, kam die älteste und brachte ihm einen Becher Wein: aber er hatte sich einen Schwamm unter das Kinn gebunden, ließ den Wein da hineinlaufen, und trank keinen Tropfen. Dann legte er sich nieder, und als er ein Weilchen gelegen hatte, fing er an zu schnarchen wie im tiefsten Schlaf. Das hörten die zwölf Königstöchter, lachten, und die älteste sprach ‹der hätte auch sein Leben sparen können.› Danach standen sie auf, öffneten Schränke, Kisten und Kasten, und holten prächtige Kleider heraus: putzten sich vor den Spiegeln, sprangen herum und freuten sich auf den Tanz. Nur die jüngste sagte ‹ich weiß nicht, ihr freut euch, aber mir ist so wunderlich zumut: gewiß widerfährt uns ein Unglück.› ‹Du bist eine Schneegans,› sagte die älteste, ‹die sich immer fürchtet. Hast du vergessen, wie viel Königssöhne schon umsonst dagewesen sind? dem Soldaten hätt ich nicht einmal brauchen einen Schlaftrunk zu geben, der Lümmel wäre doch nicht aufgewacht. Wie sie alle fertig waren, sahen sie erst nach dem Soldaten, aber der hatte die Augen zugetan, rührte und regte sich nicht, und sie glaubten nun ganz sicher zu sein. Da ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran: alsbald sank es in die Erde, und sie stiegen durch die Öffnung hinab, eine nach der andern, die älteste voran. Der Soldat, der alles mit angesehen hatte, zauderte nicht lange, hing sein Mäntelchen um und stieg hinter der jüngsten mit hinab. Mitten auf der Treppe trat er ihr ein wenig aufs Kleid, da erschrak sie und rief ‹was ist das? wer hält mich am Kleid?› ‹Sei nicht so einfaltig,› sagte die älteste, ‹du bist an einem Haken hängen geblieben.› Da gingen sie vollends hinab, und wie sie unten waren, standen sie in einem wunderprächtigen Baumgang, da waren alle Blätter voll Silber und schimmerten und glänzten. Der Soldat dachte ‹du willst dir ein Wahrzeichen mitnehmen,› und brach einen Zweig davon ab: da fuhr ein gewaltiger Krach aus dem Baume. Die jüngste rief wieder ‹es ist nicht richtig, habt ihr den Knall gehört?› Die älteste aber sprach ‹das sind Freudenschüsse, weil wir unsere Prinzen bald erlöst haben.› Sie kamen darauf in einen Baumgang, wo alle Blätter von Gold, und endlich in einen dritten, wo sie klarer Demant waren: von beiden brach er einen Zweig ab, wobei es jedesmal krachte, daß die jüngste vor Schrecken zusammenfuhr: aber die älteste blieb dabei, es wären Freudenschüsse. Sie gingen weiter und kamen zu einem großen Wasser, darauf standen zwölf Schifflein, und in jedem Schifflein saß ein schöner Prinz, die hatten auf die zwölfe gewartet, und jeder nahm eine zu sich, der Soldat aber setzte sich mit der jüngsten ein. Da sprach der Prinz ‹ich weiß nicht, das Schiff ist heute viel schwerer, und ich muß aus allen Kräften rudern, wenn ich es fortbringen soll.› ‹Wovon sollte das kommen,› sprach die jüngste, ‹als vom warmen Wetter, es ist mir auch so heiß zumut.› Jenseits des Wassers aber stand ein schönes hellerleuchtetes Schloß, woraus eine lustige Musik erschallte von Pauken und Trompeten. Sie ruderten hinüber, traten ein, und jeder Prinz tanzte mit seiner Liebsten; der Soldat aber tanzte unsichtbar mit, und wenn eine einen Becher mit Wein hielt, so trank er ihn aus, daß er leer war, wenn sie ihn an den Mund brachte; und der jüngsten ward auch angst darüber, aber die älteste brachte sie immer zum Schweigen. Sie tanzten da bis drei Uhr am andern Morgen, wo alle Schuhe durchgetanzt waren und sie aufhören mußten. Die Prinzen fuhren sie über das Wasser wieder zurück, und der Soldat setzte sich diesmal vornen hin zur ältesten. Am Ufer nahmen sie von ihren Prinzen Abschied und versprachen, in der folgenden Nacht wiederzukommen. Als sie an der Treppe waren, lief der Soldat voraus und legte sich in sein Bett, und als die zwölf langsam und müde heraufgetrippelt kamen, schnarchte er schon wieder so laut, daß sies alle hören konnten, und sie sprachen ‹vor dem sind wir sicher.› Da taten sie ihre schönen Kleider aus, brachten sie weg, stellten die zertanzten Schuhe unter das Bett und legten sich nieder. Am andern Morgen wollte der Soldat nichts sagen, sondern das wunderliche Wesen noch mit ansehen, und ging die zweite und die dritte Nacht wieder mit. Da war alles wie das erstemal, und sie tanzten jedesmal, bis die Schuhe entzwei waren. Das drittemal aber nahm er zum Wahrzeichen einen Becher mit. Als die Stunde gekommen war, wo er antworten sollte, steckte er die drei Zweige und den Becher zu sich und ging vor den König, die zwölfe aber standen hinter der Türe und horchten, was er sagen würde. Als der König die Frage tat ‹wo haben meine zwölf Töchter ihre Schuhe in der Nacht vertanzt?› so antwortete er ‹mit zwölf Prinzen in einem unterirdischen Schloß,› berichtete, wie es zugegangen war, und holte die Wahrzeichen hervor. Da ließ der König seine Töchter kommen und fragte sie, ob der Soldat die Wahrheit gesagt hätte, und da sie sahen, daß sie verraten waren und leugnen nichts half, so mußten sie alles eingestehen. Darauf fragte ihn der König, welche er zur Frau haben wollte. Er antwortete ‹ich bin nicht mehr jung, so gebt mir die älteste.› Da ward noch am selbigen Tage die Hochzeit gehalten und ihm das Reich nach des Königs Tode versprochen. Aber die Prinzen wurden auf so viel Tage wieder verwünscht, als sie Nächte mit den zwölfen getanzt hatten. [Gebrüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen, München 1949, 621625]
Zertifizierung Der Zertifizierungswahn von Institutionen und Fabriken ist eine moderne Form des allgemein verbindlichen Güte-siegels, das ästhetische und qualitative Richtlinien als kontrollierbare Normen vertritt und damit Ordnung und Fehler-freiheit suggeriert. Hinter dieser Lizenz zum Prahlen stecken Sauberkeit und Ordnung als bürgerliche Tugenden, die damit die Unzerti-fizier-ten als Unqualifizierte denunzieren. [ffv 15022003] > academia
Ziegel (neue) «Die neuen Einflickungen auf einem alten Ziegeldache sind gerade allein schön und roth.» [Jean Paul]
Zihlmann, Josef: De Chessler Weiss Gott, wie lang as’ siden isch, wo einisch nocheme grüüslige Wätter s Wasser hinden am Dorf ne Schrammen is Bachport grissen und es teufs Loch usegfrässe hett! s Loch isch blube; ke Monsch hett einisch öppis dra gmacht. Und s isch gsi, as wie wenns hätt müesse sy, wie wenn das Loch näbem Bachbett uf öpper tät warte. Und einisch zmitts im Hustage, wo d Erleböschen und d Wyden im schönste Trib gsi sei, ischer do gsi, dä Öpper. s Isch wie nes Lauffüür dürs Dorf ’gange, im Loch hinde seig e Chessler. d Eierträgeri hette zerst gseh gha und isches starregangs im Chrämer goge verzelle. Es chlys, uschymbers Manndali seigs, het sie gseit, miteme kurlige Tuedium, ganz roti Auge heiger und e gspässigi Lueg, gar nüd subers, s nähm eim wunder, zu was fürigem Gschlüecht as dä ghöri und wohär aser chömm. d Lüüt sei vom Chrämer ewäg und heis i den anderen obem Heigoh dür d Fäisterläuferli y und a de Gartetüri a verzellt. s Beerilisi hetts ase warm im Heer ’brocht und de Beckibüezer isches vo aller Arbet ewäg im Gmeinamme goge brichte, wahrschynli willer dänkt hett, dä Chessler chönntem is Hanterech pfusche. d Schuelchind, wo im Bach noh hindere hei müesse, sei uf de Zichespitze ’düüsselet und heis enand id Ohren ye gchüschelet. Am sälbe Tag im Hustagen isches gsi, wo das Loch am Bach hinderem Dorf si Namen übercho hett: Chesslerloch. s Isch wahrhaftig wohr gsi, was d Lüüt verzellt hei, dä Chessler isch ganz en Arige gsi. Wenn er dürs Dorf gstüferet isch und verlöchereti Pfanne zämetreit hett und Chessu, wo grunne hei as wie Rytere, hetter de Chopf eister im Boden inne gha. Nume z wylige, wenns gar nid anderisch ’gangen isch, hetter weidli ufgluegt und de hettmer i sine rot underlaufne Schlitzen inne zweu Äugli gseh, wo umezwasplet sei, as wie wenn sie imene Tubespärber ghörte. Und wenner ufere Lauben uss am Türeggreis agstanden isch as wie nen arme Sünder und gfrogt hett, öbmer öppis z flicke heig, so hettmer si Stimm ghört, ne höchi blächigi Stimm, wie sie zumene Chessler nid besser chönnt passe. Die meiste hetts gschuuderet vor dem Manndali und sie sei is Gaden ue oder is Grümpuchämmerli hinderen öppis kabuttnigs Blächigs goge suechen und heinems mit’gäh, numen as’ene nid hei müesse vertäube. d Lüüt hei Angst gha vorem Chessler. Wenn de Chessler im Loch hinde Pfanne ’blätzet und Niete breittätscht hett, so hettmer s Hämmeren a de Wassergass vor ghört und s isch i de meiste Lüüte ganz uheimali worde. Wemmer eigali glost hett, so hettmer dütli chönne ghöre, wie das Chlopfen a de Chilewand agschlage hett. Aber s isch keim seelige Mönsch z Sinn cho, das chönnt bedüten, as’de Herrgott ghöri und uf die Wys und Art im Chessler uf jede Hammerschlag en Antwort gäb. Dä am Bach hinden isch äbe für d Lüüt im Dorf numen e Chessler gsi, nid Ihreren eine! Und wies bi settige Lüüte goht, s duuret nid lang, hei sie ke guete Fade meh anne. Is Sagebuure Bueb seig schynts dimol über Nacht usem Hasechrutzi underem Yfahrtänsch die schönst Ouen ewägcho. Und vornächti heig bis Gmeinammes vore d Schyterbyg hinderem Wageschopf eso schüüzali gschwine. De Chessler seigs, hetts gheisse, wär wetts au süst sy! s Ganz Dorf hett vom Chessler gredt und wenner hindevüre cho isch, so sei d Lüüt id Hüser ye, oder hei en Umwäg umin ume gmacht, as wie wenn de Schwarz Tod dehär chäm. s Isch kei Obe verby ’gangen, ohni as sie i de Wirtschaft neui Schuudergschichte verzellt hei vom Chessler. De töig schynts esoo löte, isch gseit worde, mängisch ligger scho z Mittag as wie ne Härdöpfusack im Loch hinden und heig d Brönzguttere näbem zue. As do niemer nüd machi; wenns mitem Gmeinrot öppis wär, so gieng är dehinder. s Isch zwor niemer zu öppisem gstande, wo sie verzellt hei übere Chessler, aber der Amme hetts enewäg nid möge gschmöcke, as so ne härglaufne Stryzi mir nüd dir nüd amenen Ort i de Gmein inne chönn abhocken und afo chesslere. Einisch gägem Oben ye hetts gheisse, de Landjeger göig durhindere. d Lüüt seinem goge nocheluege und richtig, s isch nid lang ’gangen, ischer mitem Chessler hindevüre cho. De Landjeger mitem länge Sabu und em ’dräihte Schnauz hett e Chopf gmacht, as wie wenner e Totschleger tät abfüehre. De Chessler, dä arm Tscholi mit sine churze Beinen isch näbem zue dürs Dorf ab ghötterlet, am Rüggen es Räf, woner si Rustig drinn gha hett. Jetz hei d Lüüt ufgschnufet! Numen i öpperem isch nid ganz wohl gsi deby, is Gmeinammes Frau. Was eigetli dä arm Tschoope verbroche heig, hett sie de Ma gfrogt. «Verbroche verbroche; mer darf doch nid warte, bis’ eso wyt isch! Mit settigem Gschlüecht muessmer vorhär abfahre.» d Frau Gmein-amme hett nümi gseit. Sie hett ihre Ma könnt. Und s isch vilicht besser gsi, de Chessler seig furt, wär weiss, de Gmeinammen isch gar e Gääche gsi. [lit.: Josef Zihlmann, Göttwiler Gschichte, Luzern 1971, 121132, Auszug]
Zitronensaft bewährtes mittel zur entfernung von tintenflecken von den fingern. die skribenten waren erkennbar an ihren tintenverflecketen fingern: da ist ein anfang von intellektuellenhass spürbar : zitronensaft verleiht den nichtverhornten, aber eingeschwärzten fingern zu einer tarnkappe: mit einem bisschen glück kann dann der gscheite ein bier im pub bekommen, ohne grad angepöbelt zu werden. [mvs: 031224] > zitronensaft & seifenlauge; tarnkappe
Zitronensaft & Seifenlauge einzige wirklich wirksame kombination zur bekämpfung von rostflecken auf textil: zitronensaft einige stunden einwirken lassen, anschliessend mit seifenlaufe ausspülen. [lh] > zitronensaft
ziviler Ungehorsam
Zivilisation
Zölibat
Zombies die untoten, die zu robotern (robot = russisch: arbeit) hingeflickt werden. [mvs: 030308] > voodoo; frankenstein; grufties
zum Beispiel das gerade entschwundene ist das noch kaum erinnerte das sehr fest noch gegenwärtig zwischen wahrnehmung und erinnerung schwebende : das (an-)wesende die gegenwart des nicht da seienden. ganz einfach : wer die geliebte vermisst, legt, ganz zum beispiel, archive des erinnerns an, tableaus der gegenwärtigkeit. und ist ganz gegenwärtig im bewusstsein der abwesenden (die mit ihren tableaus des erinnerns spielt) und sich selbst, (macht alles grammatikalisch keinen sinn mehr, aber das ‹und sich selbst› muss hier schon kommen, weil: es geht schon immer um ein ich). und dann weiss man, zum beispiel, nicht mehr ein noch aus. aber der wunsch perpetuiert sich sehr (: und der wunsch kennt sich selten so ganz in- und auswendig oder ist es mehr, dass ich ihn nicht so ganz kenne : den wunsch soll mir doch jemand mal gesellschaftsgerecht vorstellen!). es gibt kein wunderlicheres perpetuum mobile als die liebe. und jetzt hätt ich mal gerne ein gutes beispiel zur liebe, das mir alles erklärt. [mvs: 040302] > eselsbrücke
«Muss man den letzten Müssiggänger darauf hinweisen, dass ein ‹Tableau› (und wahrscheinlich in allen möglichen Bedeutungen des Wortes) formal eine ‹Serie von Serien› ist? Auf jeden Fall ist es kein kleines festes Bild, das man vor eine Laterne stellt zur grossen Enttäuschung der kleinen Kinder, die in ihrem Alter freilich die Belebtheit des Kinos vorziehen.» [lit.: Michel Foucault: Archäologie des Wissens, Frankfurt/M. 1973] > stendhal; bloch, ernst; voodoo; frankenstein; sehnsucht; tango; erinnerung
zum richtigen Wort kommen Dazu kommt man durch Korrekturen: «Das Wesentliche am Schreiben ist ja nicht das Schreiben, sondern das Korrigieren. Schreiben ist nur eine Frage des Arbeitens, wieder und wieder zu schreiben.» [Antonio Lobo Antunes, Das Magazin 27/2003, 7]
Zurückzahlung
(Zu)rückzieher
zwäg mache Aufhübschen, zu Wege bringen, ins Lot stellen, richten; die Nomenklatur für die Feinkorrekturen des Alltags kann fortgesetzt werden. [ffv 31122003]
ZZZ = schnarch «nobis autum (si forsan miraris hanc tractandi rationem) visum est interim ludere in vocabulis» übersetzt, 1574, als «so dich diss unser schreiben und art zu reden/ wunder nehmen: sollstu wissen/ dass uns also mit worten zu kurzweilen gelustet hat» so wär ein schönes leben: mit wach und schlaf und traum : ein sich verlust(ier)en : verlustieren im verlust : nomadisieren im dasein und nichtdasein. [lit.: Paracelsius: De vita longa. Foucault, Michel: irgendwo, auch. Negt, Oskar / Kluge, Alexander: Geschichte und Eigensinn] ® [mvs: 031222] > schlaf; morpheus; nomade |