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Überbleibsel
Überblendung Mit dem Wort Überblendung assoziiere ich kitschige Hollywood- oder Bollywoodfilme, Hobbyfilmer und Citizen Kane. Als ich nämlich zum ersten Mal eine Szene aus diesem Film sah, sass ich in einer Veranstaltung zum Thema «Der filmische Raum». Orson Welles wendet in seinem Film, der zum Klassiker wurde, eine Überblendungstechnik an, die jeden Filmwissenschafter vom Sockel reisst. Normalerweise wird das Stilmittel, mittels welchem zwei Szenen verbunden werden, in Liebesfilmen oder sonstigen schwülstigen Geldfresserfilmen eingesetzt. Ein herzzerreissender Kuss endet in einem kitschrosa Sonnenuntergang, die Abfahrt des Liebsten mit der Eisenbahn, aus der seine männliche Hand süsslich herauswinkt, wechselt in eine «fünf Jahre später»-Szene. Dass die Kamerahersteller die Funktion Überblendung direkt in die kleinen Hobbyfilmer-Kameras einbauten, entdeckten die obsessiven Landschafts-, Sonnenaufgang- und Strandfilmer (von denen es übrigens so viele gibt wie Sand am Meer und deren Filme sich ähneln wie ein Sandkorn dem anderen) schnell. Mit einem Rondo Veneziano hinterlegt werden einem diese Filme in Fernsehern, die in massiven Wohnwänden stehen, stolz gezeigt. An einer Cola nippend würde man am liebsten ins sechziger-Jahre-Sofa versinken. Obwohl ich sehr für Ehrlichkeit bin, hoffe ich in solchen Augenblicken, dass mir meine wahren Ansichten nicht aus dem Mund rutschen. Aber ich wollte ja eigentlich nicht einen Sermon über Hobbyfilmer und seichte Sehnsuchtsstreifen halten, sondern vielmehr über Orson Welles’ Montage in Citizen Kane. Protagonist Charles Foster Kane, lieg in seinem Schloss im Sterben. Ein erstes Bild zeigt ein Fenster von Aussen, das von einem Gitter umgeben wird. Beinahe unmerklich werden die Aussenmauern ausgeblendet und der Zuschauer ins Innere des Gebäudes katapuliert, wo er genau dasselbe Fenster mit Gitter davor in der gleichen Grösse und an selber Bildstelle sieht. Eine 180-Grad-Wende mit Mauerdurchstieg sozuagen also, und das alles in einer Sekunde! Wahnsinn! Können wir die Szene noch einmal sehen? Hier noch eine genaue Definition für ‹Überblendung› für diejenigen, die nur die Theorie und nicht die Praxis interessiert: Ein Bild wird immer dunkler bis zum Schwarz, während gleichzeitig ein anderes Bild immer heller wird bis zu seiner maximalen Helligkeit. [rg]
Übergänge ein sehr verbreitetes phänomen in unserer gesellschaft: übergangslösungen, übergangsbestimmungen, übergangsjahreszeiten, zwischenbilanzen, zwischenlagerungen und -landungen, interimsregierungen. das suggeriert einem dann so schön, dass es doch noch ab-schliessende bilanzen gibt, endbestimmungen, endlager, effektive lösungen (endlösungen), überhaupt so etwas wie eine wahrheit, tatsächlichkeit, unumstösslichkeit, etwas, worauf man sich dann eben verlassen könnte. wieso nicht grundsätzlich anerkennen, dass wir ausschliesslich mit übergangslösungen leben, mit niefertigem? (oder hat das einfach etwas mit einem gewissen grad an zeitlicher dauer und sozialer legitimität zu tun?) [lh]
Übergangsschnuppern
Umleitung
Ægewohnheit, baustelle, rom (alle wege führen nach), panta rhei
Unschuld, unversehrte (Lolita, Baby Doll) wo das unflickbare, das einmalige (verwüstbare) nur noch in der aufhebung der wertung rettbar ist. wo die vorgabe schon längst auf den kopf gefallen ist (reparaturbedürftig, aber uneinsichtlich, uneinsehbar) wo der paradigmawechsel nicht vollzogen wird, noch nicht, um das spiel noch weiter spielen zu können, um die macht, die noch nicht voll erfasste, und drum wirksame, noch ein bisschen weiterdümpeln zu lassen. [mvs: 030214]
«Ächte Unschuld ist absolute Elasticitaet nicht zu überwältigen.» [lit.: Novalis: Das allgemeine Brouillon, 188] > macchiavelli; unschuld, versehrte; empedoklessig
Unschuld, versehrte wo das unflickbare, das einmalige (verwüstbare) nur noch in der aufhebung der wertung rettbar ist. wer den paradigmawechsel vollzieht, wertet neu (das versehrte ist qua umwertung nicht mehr versehrt. unschuldig auch nicht mehr). [lit.: jonathan swift: tatler 5 (die jungfrauen und der löwe)] [mvs: 030214] > unschuld, unversehrte; virginität; machiavelli; empedoklessig; der jungfrauen-löwentest
Unsterblichkeit der flick auf den unerträglichen tod im leben, das pflaster für die seele, die nicht wie die vernunft erkennen kann, dass alles stumpfsinn ist, es aber trotzdem weiss. die lebenden kümmern sich um die unsterblichkeit von keinem toten wurde daher davon berichtet. «Nirgend gibt es mehr Grillen- und halblahme Flüge, als in der Lehre von der Unsterblichkeit: So lebt und flattert es grade in den Pyramiden, den Tempeln der hiesigen Unsterblichkeit, blos von Fledermäusen.» [lit.: Jean Paul: Vorläufige Gedanken: Alexanders Einwürfe, Reimer 1862; Kampanertal; Selina; und auch sonst oft] ® [mvs: 030410] > hier darf für einmal kein querverweis stehen: ist man sich der unsterblichkeit gewärtig, ist alles umfasst, wenn nicht, dann helfen keine wortpflaster mehr, dann läuft man mit der unfüllbaren lücke weiter, bis auch das lückenfüllen und das gehen ein ende haben.
Unstimmigkeiten & Lösungs-vorschläge (Bonobos & Schimpansen (Menschen)) zur konfliktlösung gibt es verschiedene lösungsvorschläge : die schimpansen (& menschen) knüppeln los und blecken die zähne, die bonobos ficken sich gute laune in den hormon- und gesellschaftshaushalt. das erklärt zwar wenig in bezug auf die menschen, aber es unerklärt einige erklärungen, die so disparat auf machterhalt hingeflickt sind, dass sie nicht mal diskussionswürdig resp. -fähig sind. (siehe bismarck: ‹der krieg ist die fortführung der diplomatie mit anderen mitteln› selbst ein bordellbesuch hätt ich ihm eher empfohlen kann man aber auch infragestellen : wilhelm reich hätt vielleicht einen orgasmus verschrieben…) dass diese bonobos jetzt herhalten müssen für alles ungef(l)ickte in der gesellschaft wie anno dazumal der kommunismus, der anarchismus, die hippies: = glücksversprechen sondergleichen (und zonderzeichen : wunder & zeichen zunder und weichen): das ist nicht nur langweilig, sondern auch hilflos: was ich jetzt ganz genau wissen möchte, ist: wer genau fickt jetzt für mich? oder muss ich das selber machen? und wenn ja, wie? (nichts gegen utopien, aber wenn sie mir sagen, wie ich was zu tun habe, dann sind sie genau dort, wo ihr name sie lokalisiert: ‹kein ort›. (auf jeder landkarte zu finden, es gibt reiseführer ad lib.).) da kommt auch ein wundern auf: warum sind die bonobos, zu zeiten von menschlichem im-namen-der-demokratie-verhaltens-krieg-führens-:-wir-befreien euch-und wenn-ihr-das-nicht-kapiert-gibts-eins-auf-die birne (monolog der yahoos) so sehr im schwange? (grad merk ich: da muss ein datum her: golfkrieg II, bush II, 2003, und da fällt mir noch ein: ich möchte auch nicht von den bonobowissenschaftlern befreit werden. und wenn, dann könnte man zuvor mal die bonobos fragen aber es wird mir, bei soviel gut-sein-wollen und gutmütigkeit, doch ein bisschen bayrisch ums gemüt: wie der unvergessliche herbert achternbusch sagte: «in bayern möcht ich nicht mal gestorben sein».) [lit.: frans de waal: the ape and the sushi master] ® [mvs: 030301etc.] > veloflickzeug; swift; lüfteln; mediation
Update updates sind bei computerprogrammen die ‹work in progress flicke› : es gibt immer was zu flicken an der software. die software (das konzept einer problemlösungsmöglichkeit kommt immer provisorisch daher und wartet auf den nächsten upgrade oder update the ongoing flick). [mvs: 030422] > ergänzungsband; panta rhei; fortschritt |