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Tagesmutter Eltern, die keine Zeit haben, ihren Kleinen über Mittag Spaghetti, Milchreis oder Polenta zu kochen, sich nach dem Schulende mit den Kindern hiner die Hausaufgaben zu setzen oder mit ihnen einen Fahrradausflug zu unternehmen, haben heutzutage eine grosse Auswahl an Möglichkeiten, ihre Nachkommenschaft in andere Obhut zu geben. Ist das Internat oder die Tagesschule zu teuer, tut’s der Hort oder man sucht sich eine Tagesmutter. Unter Tagesmüttern habe ich mir während meiner Schulzeit eine Art italienische, schnaubende, am dampfenden Herd stehende Matrone vorgestellt, die Dutzende Kinder versorgt und auch die Rolle der Erzieherin übernimmt. Verschiedene Gründe bewegen Frauen dazu, sich dem zusätzlichen Stress eines Kindes oder einer Horde Schreihälse auszusetzen. Die einen tuns aus Freude an den Kindern als Bereicherung des täglichen Lebens sozusagen. Ich stelle mir vor, dass in dieser Sparte jungfräuliche, kinderbegeisterte, ältere Wesen zu finden sind; ewig auf ihr Dasein als Grossmütter wartende aktive, fitte, in Seniorentanz- und Wandergruppen partizipierende Mitt-Siebziger; oder aber pensionierte Kinder-gärtnerinnnen, Lehrerinnen, Handarbeits…nein, die wohl eher nicht, denn in ihnen haben die nähunbegeisterten Kinder, die lieber ihre zu bestickenden Stofffetzchen zerschnitten und die sorgfältig zu faltenden Papierstreifen zum Fenster hinauswarfen, eine tiefe Wunde hinterlassen, die nur langsam durch die teuren Sessionen beim Psychotherapeuten wieder verheilen. Nun, zur zweiten Gruppe, die sich als Tagesmutter zur Ver-fügung stellt, gehören Frauen, die ein bisschen etwas verdienen wollen. Oftmals selber Mütter, kommt es ihnen auf ein paar weitere mitmampfende Mäuler am Mittagstisch nicht drauf an. Sind die Kinder wieder zum Haus hinaus und lärmen der Schule entgegen, schliesst die Hausfrau dankbar die Tür, stapelt die Teller, wirft Resten von Spinat und Salat weg Erziehung ist Sache der Eltern und holt das Bügelbrett aus dem Keller, da bald «California Clan» beginnt. Weiter gibt’s liebe Freundinnen und Nachbarinnen, die aus Liebenswürdigkeit oder Auf-opferungswille ihren Busenfreundinnen das Leben erleichtern. Und als Letztes fallen mir noch diejenigen ein, die Anfang Monat mit dem Palm organizer zu-sammensitzen und einen Plan erstellen, wann wer wessen Kinder hütet, damit jede ihrer Tätigkeit als Sekretärin, Arztgehilfin oder Juristin teilzeit nachgehen kann. Frauen haben keinen leichten Stand und trotz der schwierigen und zeitraubenden Organisation, werden ihre Tätigkeiten mit minderwärtigen Namen bezeichnet. Dabei denke ich an typische Frauenberufe wie die Krankenschwestern Männer sind Krankenpfleger oder an Putzfrauen, deren Bezeichnung (Reinigungsfach-personal) sich durch Männer-zuwachs gebessert hat. . Ob allerdings das Flugpersonal lieber Flight Attendant als Steward und Stewardess genannt wird und Praxis-assistentinnen die neue Berufsbezeichnung Sprech-stundenhilfe bevorzugen, ist mir leider unbekannt. Wie sich wohl der Begriff der Tagesmutter ändern würde, tauchten plötzlich Männer in dieser Sparte auf? Wohl würden sie kaum als Tagesväter amtieren, sondern eher als Adoleszenzbetreuer oder children’s organizer. [rg] > zombies; das schweizer reduit
Tageszeitung (update) die sucht, jeden tag die tageszeitung zu lesen, ist verbreitet nur, was in der weiten welt so immer vor sich geht, ist auch weit verbreitet. auch da: man kann die augen auch auf die reale umwelt richten, zur abwechslung. die medienerklärer als alltagsbewältigungsflickschuster : gehhilfen : nur: wer will in diesen schuhen gehen? latsch einen tag in meinen schuhen rum, bevor du dir ein urteil über mich machst. (so oder ähnlich geht eine indianerweisheit.) die zeitung vor dem kopf, die in buchstaben transformierte welt ist der flick aufs blinde auge (schon ein bisschen sehr vereinfacht, man könnte auch beides, gehört alles dazu. wie in schutthalden näuseln.) so ganz heimlich dient dieses ritual am morgen, beim aufweckkaffee, auch zur übergangsbewältigung von schlaf/traum zu wach/bewusstsein (als ob die beiden je ganz getrennt wären, als ob man sie je scheiden könnte): die sinnes- und wahrnehmungsorgane stülpen sich wie ein gummihandschuh, der von verschiedenen seiten her aufgeblasen werden kann, förmlich von innen nach aussen. vielleicht sind auch die schneckenaugenfühler und der gesamtrückzug ins schneckenhaus so faszinierend weil man unterstellt, dass da eine grundsätzliche existenzveränderung stattfindet. [lit.: jean paul: vorschule der ästhetik; timothy leary: politik der ekstase] ® [mvs: 030312/030422] > global; das schweizer reduit
Tango, argentinischer tatsächlich: grundsätzliche existenzwahrnehmung. bizz macho, trotzdem: wenn die frauen das wollen: was macht mann nicht alles um in die ganz grosse verlorenheitsaufgehobenheit zu kommen. [mvs: 031210] > tango, finnischer; melancholie; die einsamkeit der berge; freud; die gebärmutter; heimweh, starkes, uterales; verlorenheit; planet, falscher; geborgenheit; sehnsucht
Tango, finnischer tatsächlich: grundsätzliche existenzwahrnehmung. «dägä dägä dägä». [mvs: 031210] > tango, argentinischer
Tarte tatin ein klassischer küchenunfall, so will es jedenfalls die kulinarische anekdote. die demoiselles tatin hätten den teig vergessen, ihn dann in der not noch obendrauf geflickt und so einem ungewöhnlichen apfelkuchen zu ruhm verholfen. Zutaten für ein Wähenblech von 26 cm Ø: 250 g Blätterteig 100 150 g Zucker 50 75 g Butter, in Stücken ca. 2 kg mittelgrosse Äpfel, geschält, halbiert, Kerngehäuse entfernt
Teig ca. 2 mm dünn auswallen, vom Tisch lösen. Mit Hilfe des umgekehrten Wähenblechs eine Rondelle ausschneiden, die rundum 2 cm grösser ist als das Blech. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen, auf Blechreinpapier oder der Rückseite eines grösseren Bleches kühl stellen. Den Boden des Wähenbleches exakt mit Blechreinpapier belegen, den Zucker darauf verteilen. Auf die zweitunterste Rille des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens stellen, Zucker ca. 8 Minuten hellbraun werden lassen. Butter darauf geben, schmelzen lassen. Heraus nehmen. Die Apfelhälften senkrecht dicht aneinander in den karamellisierten Zucker stellen. Die Äpfel überragen den Blechrand deutlich. Blech zurück in den Ofen geben. Bei gleicher Temperatur ca. 25 Minuten backen. Ofentüre öffnen, Gitter mit Blech nur herausziehen. Den Teig locker über die Äpfel legen, so dass der Teigrand über den Blechrand zu liegen kommt. Zurück in den Ofen schieben. Während 2025 Minuten fertig backen, bis der Teig braun und knusprig ist. Dieser zieht sich während des Backens zusammen und bildet einen flachen Deckel. Die Äpfel fallen etwas zusammen. Die Tarte noch heiss auf eine Tortenplatte stürzen, Blech-reinpapier entfernen. Warm oder lauwarm servieren, nach Belieben mit Schlagrahm. [lh]
Tatsache schönes exemplar eines ungemein reduzierten, verdichteten paradoxons. so viel unvereinbarkeit in acht buchstaben. denn: ist das nun gemacht? oder gegeben, also unumstösslich und aller kritik enthoben, wie man uns oft glaubhaft machen will? was ist denn nun eine tatsache: etwas pragmatisches, erfinderisches, tatkräftiges, oder ganz und gar losgelöstes sosein, eine art offenbarung tieferer wahr- und wirklichkeit? oder anders gefragt: wird da nicht zuerst geflickt und getüftelt und kommt dann nicht etwas ganz anderes heraus, als man erwartet hat, eine tat-sache eben, was dann aber ex post kunstvoll zum eigentlichen faktum erhoben wird, zum untätlichen? dann braucht man nur noch einen erklärenden zielerreichungsplan dazuzuflicken, der das ganze legitimiert, wonach dann auch alles sinn macht, weil es ja scheinbar nur so und gar nicht anders hat herauskommen können. [lit.: bruno latour: le métier de chercheur, regard d’un anthropologue] ® [lh]
Tattoo unter die haut gehende ornamentale verzierung. auch zur kennzeichnung von vieh verwendet. tattoos sind aber nicht nur eine modeerscheinung (und in dreissig jahren wird man das alter der frauen und männer ziemlich genau an ihrer tätowierung bestimmen können) sie sind auch sowohl kulturelle als auch individuelle einschreibungen, die tatsächlich unter die haut gehen können. [mvs: 031222]
«da er nicht alles, was er im kopf hatte, restlos auf die fläche seiner haut eintätowieren konnte, entschloss er sich zu versessen, wie er war, auf totalität, als dass er es hätte akzeptieren können, diesen oder jenen teil seines körpers, den seine hand nicht bequem zu erreichen vermochte, unbeschrieben zu lassen , das, was er von sich zur kenntnis geben wollte, dem papier anzuvertrauen und nicht jener feinen hülle, die allein den geschundenen fehlt. aber trotz der unzweifelhaften vorteile […] blieb es doch ein notbehelf: auf diesem indirekten wege sich auf eine bildfläche zu proijzieren, anstatt unmittelbar mit seiner eigenen person zu zahlen und sich von kopf bis fuss mit inschriften und bildern zu bedecken, […] würde sein diskurs an beredsamkeit niemals jener sprache gleichkommen, die sein fleisch, als organ seines lebens und gefäss seines empfindungsvermögens gesprochen hätte, wenn er sich gewissermassen zum gegenstand einer art einlegearbeit gemacht und dem natürlichen zauberbuch seines menschlichen organismus ein anderes rätselbuch eingeschrieben hätte, dass zum bersten voll wäre mit zeichen und keinen toten punkt duldete.» [Michel Leiris]
shem the postman «wrote with the ink of himself over the skin of his body». [james joyce: finnegans wake] Ækafka: strafkolonie
Tattoo (entfernen) Æsirenen; aspirin; reparatur; dermatologie; glaube, liebe, hoffnung
Tautologie Æredundanz; geplapper Theatersport spontanes Patchwork zwischen Publikum und Improvisationskünstlern Rot gegen Blau! Das Publikum kreischt, der Schiedsrichter verteilt gelbe Karten, die Spieler keuchen und schwitzen, der Punktestand steigt. Mit Fussball hat die ganze Szene trotzdem wenig zu tun. Die Mannschaftstrikots sind werbefrei, der Rasen ist dem glatten Parkett der Bühne gewichen, Sanitäter stehen keine am Spielfeldrand und das Publikum schlägt sich nach Beendigung des Spiels nicht die Köpfe ein. Theatersport wurde Mitte der 50er Jahre in England und Kanada entwickelt und ist in den vergangenen Jahren über Deutschland auch in die Schweiz gelangt. Bei dieser Form des Improvisationstheaters treten zwei (oder mehr) Improvisa-tionstheatergruppen gegeneinander an. Das Publikum ist aufgefordert zur aktiven Teil-nahme und kann Orte der Handlung, Hobbies der Fi-guren und Zahl der zugelassenen Wörter pro gesprochenen Satz bestimmen. Es übt sich im Dichten, indem es witzige Sätze zu Papier bringt, die von den Schauspielern in die Dialoge aufgenommen werden müssen. So geschieht es, dass auf «willst du mich heiraten»-Fragen «Let’s fetz, sprach der Spatz und flog in den Ventilator»-Antworten folgen. Oder die Erklärung der Tochter für ihr Liebesverhältnis zu einem Künstler lautet: «Wir Schweizer sind ein Volk von Seefahrern.» Das Publikum bewertet als Jury Einfallsreichtum, Spontaneität, Spielfreude und Schnelligkeit und entscheidet, welchem Team die Punkte nach einer gespielten Runde zufallen. Um Fouls zu strafen und den rechtmässigen Ablauf des Abends zu garantieren, wird ein Schiedsrichter eingesetzt. Er ist bemächtigt, Punkte abzuziehen und festgefahrene Szenen mit neuen Vorgaben wieder in Gang zu bringen. Die von den Darstellern dargebotenen Shows reichen vom Musical über den Grand Prix d’Improvisation de la Chanson zum Triater bis zur Expedition Improbinson. [rg]
Therapie «therapie bedient sich einer theoretischen konzeption, um zu sichern, dass wirkliche oder potentielle abweichler bei der institutionalisierten wirklichkeitsbestimmung bleiben. sie soll mit anderen worten verhindern, dass ‹einwohner› einer bestimmten sinnwelt ‹auswandern›. zu diesem zwecke wendet sie den legitimationsapparat auf individuelle ‹fälle› an. da jede gesellschaft mit der gefahr individueller abweichung rechnen muss, ist therapie in dieser oder jener form wahrscheinlich ein globales gesellschaftliches phänomen. ihre besonderen institutionellen methoden, von der teufelsaustreibung bis zur psychoanalyse, von der seelsorge bis etwa zur ehe- und berufsberatung, gehören in die kategorie soziale kontrolle. was uns hier jedoch interessiert, ist die theoretische seite der therapie als solcher. da sie es mit abweichungen von ‹offiziellen› wirklichkeitsbestimmungen zu tun hat, muss sie eine theoretische konzeption entwickeln, die sowohl die abweichungen erfasst als auch die von ihnen bedrohten wirklichkeiten stützt. dazu bedarf es eines wissensbestandes, der eine theorie der abweichung (‹pathologie› genannt), eine diagnostische methodik und ein theoretisches system der ‹seelenheilung› enthält.» [lit.: peter l. berger & thomas luckmann: die gesellschaftliche konstruktion der wirklichkeit. eine theorie der wissenssoziologie] zuriszne seelen weisz ich leider nicht zu flicken. [Gryphius, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1174]
geflickte lieb und freundschaft wird nimmer ganz. wer händel flickt, der macht selten etwas besser. an einem weib und einer mühl ist immer zu bessern und zu flicken. [Lehmann, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1176]
ein arzt ist gottes flicker, hilft leiblich. [Luther, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1176]
Tinnitus Pfeifton «nach der nachricht können sie einen pfeifton hinterlassen». (or vice versa.) tatsächlich: grundsätzliche existenzveränderung. [mvs: 030422] > poofread; kommunikation: ferntönen & ersatzsprechen; tango: alle
Tipp-Ex® Tipp-Ex ist das in Europa führende Label für Korrekturprodukte. Die Firma wurde 1959 in Frankfurt durch Otto W. Carls gegründet. Er produzierte ein innovatives Korrektur-Papier für Schreibmaschinen. 1965 lancierte die Firma eine Korrekturflüssigkeit, die in mehr als 150 Ländern verkauft wurde. 1992 brachte Tipp-Ex das erste Korrekturband heraus, gefolgt 1995 von der Pocket Mouse. Seit 1997 gehört Tipp-Ex zur Bic-Gruppe. [rg]
(Produktname). Kein Klassenzimmer, keine Wohnung und kein Büro sind ohne Korrekturmittel komplett. Mit seinen zwei bekannten Marken Bic® Wite-Out® und Tipp-Ex® wurde Bic auf dem Markt für Korrekturmittel («You can always change your mind!») weltweit führend. Bic bietet ein grosses Produkt-sortiment von Korrektur-Fluids mit neuem Auf-trags-schwamm bis hin zur neuesten Generation von Korrektur-Rollern und Stiften an, um all die unterschiedenen Bedürfnisse der Ver-braucher zu befriedigen: Korrektur-Fluid, um grosse Bereiche zu korrigieren, den Korrektur-Stift, um genauere Korrekturen vorzunehmen und Korrektur-Roller («Roll away your mistakes!») zum sofortigen Wiederbeschreiben. Die Firma wurde 1945 ausserhalb von Paris von Marcel Bich, einem Produktionsmanager einer Tintenfabrik und Edouard Buffard gegründet. Sie übernahmen die Rechte am Kugelschreiber, den der Ungare Ladislao Biro erfand und führten 1950 einen eigenen Kugelschreiber ein. Im Laufe der Jahre erwarb die Firma überall auf der Welt aus Konkurrenzgründen Bürobedarfhersteller, so 1997 die Firma Tipp-Ex. Der Erfolg von Bic basiert wesentlich auf einer klaren Vision: qualitativ hochwertige, funktionale und erschwingliche Bic-Produkte für jedermann verfügbar zu machen. Nebst den Schreibgeräten sind Feuerzeuge und Rasierer ein Bestandteil dieses Mischkonzerns. Bic-Produkte werden in mehr als 160 Ländern verkauft und jeden Tag kaufen gemäss Herstellerangaben Verbraucher auf der ganzen Welt 22 Millionen Bic-Schreibprodukte (berühmt sind vor allem die blauen Einminenschreiber), 4 Millionen Bic-Feuerzeuge und 11 Millionen Bic-Rasierer! [ffv 29122003]
Tipp-Ex-Maus Die Maus hat eine ovale Form. Ihre untere Seite ist gerade und besitzt eine kleine Öffnung, durch die ein Korrekturband läuft, das sich in ähnlicher Weise auch in Schreibmaschinen befindet. Die Anwendung der Maus ist sehr einfach. Man zieht die Spitze der Maus mit etwas Druck über diejenige Stelle, die korrigiert werden soll. Dabei wird der Orginaltext mit einer dünnen weißen Schicht überdeckt, die ca. 5 mm breit ist. Die korrigierte Stelle kann sofort mit fast allen Schreibgeräten wieder überschrieben werden (Kugelschreiber, Füllfederhalter, Filzstift u.s.w.). Eine Schülerin beschreibt ihren Umgang mit der Tipp-ex-Maus: «Die Maus ist wirklich praktisch, da man nicht warten muss, bis es getrocknet ist, ausserdem trocknet nichts mit der Zeit im Gefäss ein, so wie das bei dem flüssigen Tipp Ex ist, wenn man ihn länger nicht benützt und deshalb nicht schüttelt. Ich finde nur, dass man bei dem Kauf einer Tipp Ex Maus darauf achten sollte, dass sie nicht so groß ist. Es gibt von anderen Firmen so riesige Mäuse. Die sind so unhandlich und man kann Sie nicht so gut in Schulmäppchen verstauen, wie das bei den kleinen der Fall ist.» [rg]
Titel aus der Zürcher Tagespresse 2003 Dritter Flick für Office 2000 [TA, 25.11.2002] Erneut Störung im Atomkraftwerk Temelin [NZZ, 10.01.2003] Nur reparieren, was defekt ist [NZZ, 16.1.2003] Die Sprengkraft des Flicksockens [NZZ, 3.2.2003] Die Ufenau wird «geflickt» [TA, 23.3.2003] Wasseringenieure des IKRK flicken in Basra [TA, 26.3.2003] Störfall in der Kläranlage / Leck in der Pumpleitung in Männedorf [NZZ, 22.04.2003] Flickwerk Jugendpolitik [NZZ, 17.5.2003] «Die Besten beim Reparieren des Körpers» [TA, 14.06.2003] Spiele mit der Rentenformel. Die rot-grünen Flickschuster sollten sich zurückhalten [Die Zeit, 18.6.2003] Vom Hüftgelenk zum Zahnersatz [TA, 8.8.2003] Peinliche Panne im Departement Deiss [NZZ, 17.08.2003] Federers schnelle Korrektur [TA, 28.08.2003] Mängel bei der Anordnung von Frühpensionierungen / Interne VBS-Abklärung liegt vor [NZZ, 30.08.2003] Vom guten Onkel Mussolini / Berlusconis Fettnäpfchen und die Geistesfürsten [NZZ, 19.09.2003] Künstliche Netzhaut für blinde Augen [TA, 2.10.2003] Ist Microsoft-Software ein Sicherheitsrisiko? / Patches und Patches für Patches [NZZ, 10.10.2003] Panne im Sunrise-Mobiltelefonnetz [NZZ, 15.10.2003] Panne bei der Suche nach / den russischen Kumpeln [NZZ, 29.10.2003] Refinanzierung von Bull / Komplexes Rettungspaket beschlossen [NZZ, 21.11.2003] Pannen Schicksalsschläge oder ein Warnzeichen? [TA, 22.11.2003] Geldwäscherei als Delikt ohne Opfer? / Für Schadenersatz bedeutsame Frage [NZZ, 25.11.2003] Reparieren lassen statt neu kaufen [TA, 28.11.2003] Deutschland haftet nicht für einen Nato- Fliegerangriff / Abgewiesene Schadenersatzklage [NZZ, 12.12.2003] Korrektur von Kaderlöhnen beim Bund [NZZ, 23.12.2003] Im Windows klafft ein Loch [TA, 12.2.2004]
Todessehnsucht die entscheidungsunmöglichkeit, die grundsätzliche pattsituation: wenn man keinen ausweg mehr sieht, keine entscheidung mehr treffen kann oder will, dann hilft die todessehnsucht: alle probleme mit einer einzigen entscheidung : leben nein, tod ja : erledigt. («nach der nachricht können sie einen pfeifton hinterlassen».) tatsächlich: grundsätzliche existenzveränderung. [lit.: bilz; menninger, karl] ® [mvs: 031210] > tango, melancholie; suizid; radieren, aus; trost
Toupet kunsthaarflick. [lh] > echthaar; selbst- und fremdbild; übergänge; frankenstein; perücke
Transplantation heute werden gliedmasse, organe, haut transplantiert: sowohl fremd- als auch eigengewebe. «Die Liste der heute transplantierbaren Organe: Hirnhaut, Hirn, Augenhornhaut, Luftröhre, Haut, Herz, Lunge, Leber, Niere, Magen, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm, Eizellen, Knochen, Kniegelenk, Hand, Füsse.» [Christoph Keller: Building Bodies, 2003]
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Traum, träumen träumen ist ein wunderliches in balance bringen von bewusstsein und unterbewusstsein, von seele und geist, von materie und metaphysik. und trotzdem: man kommt der sache trotz allem ausbessern nicht auf die schliche. [mvs: 030422 etc.]
«Der Kater Murr», unterbrach Meister Abraham den Freund, «träumt nicht allein sehr lebendig, sondern er gerät auch, wie deutlich zu bemerken, häufig in jene sanfte Reverien, in das träumerische Hinbrüten, in das somnambule Delirieren, kurz, in jenen seltsamen Zustand zwischen Schlafen und Wachen, der poetischen Gemütern für die Zeit des eigentlichen Empfangens genialer Gedanken gilt. In diesem Zustande stöhnt und ächzt er seit kurzer Zeit ganz ungemein, so, dass ich glauben muss, dass er entweder in Liebe ist oder an einer Tragödie arbeitet.» [lit.: e.t.a.hoffmann: kater murr]
Ich empfehle Träume nochmals; wir leben und empfinden so gut im Traum als im Wachen und sind jenes so gut als dieses, es gehört mit unter die Vorzüge des Menschen, dass er träumt und es weiss. Man hat schwerlich noch den rechten Gebrauch davon gemacht. Der Traum ist ein Leben, das, mit unserem übrigen zusammengesetzt, das wird, was wir menschliches Leben nennen. Die Träume verlieren sich in unser Wachen allmählig herein, man kann nicht sagen, wo das Wachen eines Menschen anfängt. [lit.: georg christoph lichtenberg: sudelhefte F 743] > jean paul; freud, sigmund
Trick, der Sprache wer sich mit sprachen rumtummelt und rumschlägt, kennt auch viele der fallen, die sie bereithalten. alle: nie. man fällt immer wieder herein: der doofste trick, den alle sprachen, jede kommunikation noch im ärmel haben und der uns im wichtigsten moment wieder sprachlos macht, ist: «ich hatte soeben einen brillianten gedanken, aber jetzt hab ichs grad vergessen. es liegt mir auf der zunge, aber…, naja wird schon wieder kommen, wenns wichtig war». [mvs: 030314] > peinlich; buster keaton; trostpreis
Trost Der Gedanke an den Selbstmord ist ein starkes Trostmittel: mit ihm kommt man gut über manche böse Nacht hinweg. [lit.: Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, 157]
Wenn du hier des Daseins müde bist, so wirst du überall desselben satt werden. [lit.: Jean Paul: Vorläufige Gedanken: Alexanders Einwürfe, Reimer 1862] > suizid
Trost bei Goethe diese alltagsseelenflicktrösterli à la «Trost bei Goethe», «Durchs Jahr mit Goethe» sind so voll von allgemeingültiger weisheit, dass sie auf jede situation stimmen, wenn man nur so recht in der angemessenen desolation rumdümpelt und an autoritäten glaubt. ähnlich wie horoskope (am besten der tageszeitung entnommen) passen sie wie die auch in vielen notlagen helfende faust aufs auge: ein impakt entsteht, der über kurz oder lang früchte treibt: vom blauen auge (im besten fall nochmals davongekommen, mit einem) bis zur ‹self fullfilling prophecy› ist alles möglich. genau genommen ist dieser trost nur die bestätigung dafür, dass es anderen ab und zu auch beschissen geht, dass man in dem sinne, im sinne von «wir sind alle ziemlich verloren und wenns nicht gut geht ganz sicher totenseelenallein», damit nicht allein sind. einsam schon, weil verlassen, aber nicht die einzigen als ob das helfen würd und tät. [mvs: 031108] > religion, ideologien; psychoanalyse; buster keaton; horoskop; selbst- oder eigenverantwortung (you only live once)
Trostpflaster Trostpreis Ætrost (bei goethe); übergänge; happy end
Tugend «aus der Not eine Tugend machen». tugenden sind nicht angeboren. sie sind oft resultat eines unfreiwilligen verzichts: wenn die trauben zu hoch hängen, dann wird man halt bescheiden und freut sich über seine tugendhaftigkeit: immerhin auch ein trost. [mvs: 040107] > erziehung; aufpfropfen
Tüllflicken «Wie bei den Strümpfen, so auch beim Tüll sollte man den ersten Spuren von gebrochenen Fäden nachhelfen, um so grössere Schäden zu verhüten. Sobald man die nötige Uebung in der Unterscheidung zwischen ‹Grundfaden, Schlingfaden und Kreuzfaden› hat und deren Ausführung versteht, so kann man sie leichter ergänzen und so größeren Schäden vorbeugen.» [Müller, Susanna: Das fleißige Hausmütterchen, Zürich 1925, 822]
Tünche
Turnverein turnvereine als gesundheitsvorsorge (präventivflick) und sozialisierungsinstrumente. [mvs: 030211] > gefängnis; prophylaxe; rekrutrnschule; militär; heroismus |