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Facelifting Während man sich einen Lift als ein Vehikel vorstellt, das rauf und auch wieder runter geht, meint Facelifting tatsächlich nur etwas, was gegen die Schwerkraft antritt, also bloss nach oben streben soll. Weil das Gesicht vor allem aus (je nach Typ mehr oder weniger fetter) Haut und einigen Muskeln besteht, impliziert ein Facelifting also den operativen Eingriff, das Gesicht immer höher zu tragen als es in Wahrheit zu tragen gewohnt ist. Im einen Fall kann das zur wahren Hochnäsigkeit führen, im andern zu einem verbesserten Selbstwertgefühl. [ffv 30122003] > make up; des kaisers neue kleider; zensur
Fahrplan jeder fahrplan ist ein flickwerk in reinkultur oder: wie ist es technisch zu lösen, ein dichtes verkehrsnetz mit unzähligen ankunfts-, abfahrts- und umsteigezeiten zu einem funktionierenden ganzen zusammenzufügen? (nicht zu vergessen die logistik, also dass alles rollmaterial immer zur richtigen zeit am richtigen ort steht, auch das personal, die gleisarbeiter, fahrleitungsmonteure etc.) die tschechischen bahnen geben alle paar monate ein heft aus billigem zeitungspapier heraus, das sämtliche änderungen zum aktuellen fahrplan enthält, inklusive anmerkungen zu ergänzungen, die man handschriftlich anbringen soll: änderungen infolge umleitung, baustelle, ausfall, streckenblockade, zusatzzügen, an-schluss--sicherung. es sind seitenweise zahlenkolonnen in einheitsfarbe, die man dann in tagelanger arbeit ausschneiden und an richtiger stelle im kursbuch einkleben kann, also über die alte kolonne, alles schön nach kursnummern. ist eine baustelle aufgehoben, wird bei der nächsten fahrplanaktualisierung dann der ursprüngliche tabellenausschnitt in anderer farbe wieder ausgeschnitten und darübergeklebt. das personal des öffentlichen fahrdienstes bekommt pro veröffentlichem flickheft drei tage dienstfrei, in denen die leute machen können was ihnen gefällt, nach denen sie aber über einen geflickten und korrekt ergänzten fahrplan verfügen müssen (irgendwer muss ja da jeweils noch die übersicht haben, und arbeit ist in polen immer noch ungleich billiger als papier und druckkosten). am ende des fahrplanjahres verfügen diese leute über ein flickkunstwerk mit bis zu vierfarbigen seiten, handschriftlichen ergänzungen von zeichen, aussen viel dicker als am buchrücken, entstanden nach unzähligen einsamen stunden irgendwo in einem kleinen nest an einem schlecht beleuchteten stubentisch, mit schere, leim und wodka. [lh]
Fährte, falsche (ff.) die falsche fährte, auf welche immer wieder gelockt wird (von wem denn?): der flick am so verstandenen ‹richtigen leben› : die sünde des abweichens : wer weiss, was sich dort erfüllt. alles oder nix. wenn mich die sirenen locken würden wenn die wirklich so gut sind wie in den sagen: warum, bitte gebt mir einen guten grund, sollte ich ihnen nicht folgen? soll ich ins jammertal zurück? schickt mir die sirenen, ich bitte darum! fortsetzung folgt! à suivre! will be continued! [mvs: 030217] > moral; odysseus; utopien; lebertran; adorno
Fame lieber duck, donald: wo du warst wollte ich schon immer nicht sein. trotzdem: ich respektier dich in deiner disparatheit, besonders wenn du dein t-shirt verlierst und denkst, dass jetzt schamzeit ist. untenherum bist du ja immer nackt. pürzelbaum : hier endlich macht auch der pürzel sinn! : my dear don : vielleicht ist die geflügelfarm doch nicht der richtige wohnort für dich kentucky fried chicken wartet just around the corner. (und ja: kalauer sind auch flicke auf schräge wahrnehmung: «kentucky schreit ficken» ist ja wohl hühnergerechter, wenn sie die option zwischen industrieköpfen und ficken hätten.) wie viel könnte man schreiben zu kultur: but it’s all in vain or isn’t it. keep grooming yourself. [mvs: 030712] > fährte, falsche;lebertran; bowling for colombine; adorno, the lovely teddybear
Faust, Dr. (zum Gegenflick) der vor-nietzscheanische gegenentwurf der auflehnung gegen ‹nochmals oder schon wiedergott› ein klein bisschen naiv, manchmal manchmal auch nicht. ich, er, wer oder wer schon wieder? aber so ein klein wenig wollte der dr.faust schon ausprobieren, ob dem lieben gott mit einem teufelspflaster nicht beizukommen wäre. (warum auch nicht: wenn uns der liebe gott schon so ein-, zwei-, dreifältig geschöpft hat (und da fällt mir halt mein spaghettisieb ein (auch ein werk gottes) und die resten hat er dann zu männern geknetet und daraus, aus einem bisschen rippe, noch die frauen das glaubt doch kein spaghetto, oder), dann muss er sich auch nicht wundern. ein tip an die götter (frei nach jean paul): mit alkohol konzipieren, mit kaffee executieren. (hilft, ich habs ausprobiert!). [mvs: 030321etc.] > utopien; der liebe gott; wissenschaft; goethe; frankenstein; gentechnologie; freud, sigmund; reich, wilhelm; teufel; alkohol; kaffee
Fehlerbehebung «Fehlerbehebung bei Problemen… Wenn Sie ein Problem bei der Qualität der…, ist die wahrscheinliche Lösung für das Problem das…. Halten Sie sich an folgende allgemeine Richtlinien: Wenn das Symptom nur bei einer… Wenn das Symptom bei allen… Zur Diagnose des Problems: 1. Überprüfen Sie, ob am vorderen Bedienfeld zum… 2.… 3.… Symptom… Lösungen… Wenn Sie weitere Informationen benötigen… Wenn Sie Hilfe benötigen…» [Benutzerhandbuch für Phaser 780 von Tektronix, 1998]
Fehlersymptome
Fehlleistung, (sprachliche) ‹freudscher Versprecher› hab, weiter unten im text, geschrieben ‹überlebensstartegien›: und hab das wahrscheinlichst auch gemeint, auch wenn nicht gedacht. erst nachher: leuchtet die eigene dummheit in aller pracht. diese feuerwerke eigener dummheitseingeständnisse, diese anstrengungen, der dummheit, was immer sie auch sein mag, zu entkommen, sind die schönsten zeugnisse der dummheit. wenn man die dummheit fasst (die eigene, immer nur die eigene die dummheiten der anderen sind immer unerkannte eigene dummheiten) dann ist man, gesalbt von kurzeinsichtsgnaden, am schlittschuhlaufen auf der ewigen acht (auch die: aufs kreuz gelegt). «Ja zu Polizei- und Justizzentrum Regierungs- und Stadtrat befürworten die kantonalen Abstimmungsvorlagen über das Polizei- und Justizzentrum Zürich (PJZ). Ende November wird darüber abgestimmt. Rund 30 Zürcher Standorte von Kantonspolizei und Spezialstaatsanwaltschaften sollen für eine effiziente Verbrechensbekämpfung zusammengefasst werden. Das PJZ soll auf dem SBB-Areal Güterbahnhof zu stehen kommen.» [Tagblatt der Stadt Zürich, 9.11.2003] ich lese beharrlich statt ‹Polizei- und Justizzentrum› : Polizei- und Justizirrtum». und frage mich, ob ich darüber auch abstimmen darf. [mvs: 030313] > freud, sigmund; flick you; fassbarkeit; achtsamkeit; gefängnis; foucault
Ferseneinsetzen Das Abtrennen der alten Ferse am Anfang derselben in der zweiten Reihe, beginnend vom Nähtchen aus, von da auftrennen der Reihe von rechts nach links. Auffassen der losgetrennten Fersenmaschen auf die Stricknadel. Berechnung der Maschenzahl zum fertigen Käppchen im Verhältnis zur Zahl der Fersenmaschen. Am Schlusse des alten Käppchens fasse man vom Käppchen aus nach rechts und links je so viele Begegnungs-Maschen auf einen Faden, als zum neuen Käppchen erforderlich sind, weniger 1 Masche. Zerschneiden und Ausfasern der senkrechten Randmaschen rechts und links von der alten Ferse. Auffassen der Begegnungsmaschen zu beiden Seiten der Ferse je auf eine Stricknadel. Zurückstricken der ersten Reihe der alten Ferse. Nachzählen der Begegnungsmaschen für das Anstricken der Ferse (zur Auffindung, ob die Maschenzahl auf beiden Seiten stimme). Ungerade Maschen müssten im Verlauf des Strickens der Ferse durch Zusammenstricken abgenommen werden. Das Stricken der Ferse (mit 3 Nadeln), wobei rechts und links am Ende der Ferse die letzte Fersenmasche mit der nächsten Begegnungsmasche abgenommen wird. Stricken des Käppchens nach gewohnter Regel, nach der geschehenen Berechnung. Verbindung des Käppchens anstatt der letzten Reihe am Käppchen mittelst Maschenstich. [Müller, Susanna: Das fleißige Hausmütterchen. Zürich 1899, 164]
Fetisch (bannen und schrecken banner und stecken : gegen das falsche hochhalten ideologischer unmöglichkeiten : der stecken in der hand, arbeitstier und handbereit in einem, ist unbrauchbar als handgriff gegen das nichtgewusste abwesende. fallen lassen! nicht berühren! magische instanz rufen!) es geht hier um die heimlichen fetische, die magischen kleinen gegenstände, die nicht im ‹arbeitsbegriff› dieser zeit eingebunden sind nicht aber um die modischen oder designkulturellen kultobjekte. es sind meist, dem besitzer nicht sehr bewusst weshalb, poetische gegenstände, die keinen wert ausser dem haben, als dass sie objekt seines magischen energiestroms sind. energiebündelfokussierer, die dem abfall aus unerfindlichen gründen entgehen, ein zweites leben nach ihrem ersten, in der abnutzung irgendwelcher prozesse verbrachten, beginnen. dem zerfall entronnen oder um die letzte ruhe betrogene objekte, die als batterien weiterexistieren. (ist es den objekten nicht egal, was mit ihnen geschieht? die annahme, dass sie ein eigenes, von uns unabhängiges‚ leben führen, ist der erste schritt zur fetischisierung. ganz anders ist die annahme, dass menschen und objekte in interaktion zusammenexistieren: und so prozesse erst in gang kommen.) und dann werden die fetische endlich dem museum zugeführt the long goodbye langsames entschwinden aus dem bewussten unbewussten aller. irgendwann weiss keiner mehr, wozu das ding gut sein sollte da beginnt die neuerfindung des objekts. [mvs: 920310]
Fettnäpfchen Weil in Bauernhäusern der Topf mit dem Stiefelfett in der Nähe des Ofens platziert war (damit in der Wärme das Leder weicher und damit leichter eingewichst werden konnte), konnte es durchaus vorkommen, unbeabsichtigt dorthin zu treten. Die Redewendung meint, es mit jemanden zu verderben, also mit demjenigen, der das Fett nicht mehr fand, mit derjenigen, die das Fett in der guten Stube als Abdrücke auf dem Fussboden hatte. Wer heute auf dem politischen Parkett ins Fettnäpfchen tritt, tut dies ab und zu auch mit vollfetter Absicht; denn damit wird über einen geredet, man wird publik. [ffv 28122003] > diplomatie; mediation
Feuerwehr feuerwehrleute sind potentielle helden, sie treten jedoch selten in hitlisten des personenkults auf, sondern müssen meist abschätzige bemerkungen einstecken, zum beispiel wegen mitführen eines pagers (statt eines handys). wer es weder in der wirtschaft noch in politik oder kunst zu einer einigermassen wertgeschätzten stellung schafft, kann sich immerhin noch wagemutig in brennende häuser stürzen, sich durch verrauchte treppenhäuser zu kinderbettchen vorkämpfen, über schaumteppiche schreiten wie jesus über den see genezareth, in schwierigen aktionen junge enten von den dächern holen, die dort das licht der welt erblickten, weil am seeufer friedliches brüten nicht mehr möglich ist, in trümmern nach leichen graben, auf der unfallstelle autos aufbrechen und verkohlte, zerquetschte menschenteile heraustrennen, während sich die polizei darauf konzentriert, weisse striche auf den boden zu malen. ausnahme: 9/11 : da kamen die feuerwehrleute so richtig zu ruhm & ehre: sie waren die helden der katastrophe, da ja irgendjemand im ganzen chaos heldenmässig sein musste. sonst wär ja wirklich gar nichts mehr zu loben gewesen. das war aber nur möglich dank dem gemeinsamen versagen von CIA & FBI. hätte es in dem chaos aber gar nichts zu feiern gegeben, wären die menschen wohl viel zu schnell auf die idee gekommen, über die hintergründe des ereignis nachzudenken. [lh/mvs] > verschwörungstheorien
Figgi und Mühli (Mühlespiel) immer die lücke, das loch stopfen! text: spielanleitung. [mvs: 030220] > moral; odysseus; utopien; lebertran; adorno
Flecken, blaue Hämatome, also örtliche Blutergüsse unter der Haut, bilden sich aufgrund von Schlägen. Je nach Stabilität der Haut, resp. der Blutgefässe, bilden sich schneller von Blut unterlaufene Flecken. In jedem Fall ist ein Hämatom bereits ein Genesungsprozess, der sich an den Farben der sich zersetzenden Blut- und Zellmaterialien ablesen lässt: von rot, über blau, zu grünlich und gelblich. [ffv 29122003] > beule
Fleck, der blinde Er ist die in der Sehachse liegende Stelle des schärfsten Sehens. Es ist der Ort des Auges, der etwa 12 Grad ausserhalb der Augenachse liegt und auf dem wir nichts sehen, weil die Stelle an der Augenrückwand von keinen optischen Empfängern besetzt ist (36 Mio. Zapfenzellen für die Farben- und 75125 Mio. Stäbchenzellen für die Schwarzweissempfindung). Dort, wo die optische Übertragung ins Kognitive beginnt, sind wir blind. [ffv 00061991]
in der wissenschaft werden immer wieder blinde flecken konstatiert: orte des nichtwissens, der indifferenz, der ignoranz. gerade davon lebt aber doch die wissenschaft: von der unendlichkeit der blinden flecken, die sich immer wieder neu formieren, oder habe ich da etwas falsch verstanden? holt sie euch, fokussiert sie, wir möchten schon alle gern wissen, wie die welt, in der wir leben, denn eigentlich funktioniert! solange das ganze unternehmen nicht in einem absurden analogiedenken endet, das einer horde von wissenschaftlern in unterschiedlichen disziplinen eine endliche anzahl von themen und forschungsfeldern gegenüberstellt, rundumblick, alleswisserei, denn dann möchte ich lieber nicht mitspielen. dann soll man beamte finden, die das abarbeiten. [lh] > röhrenblick, sisyphos, binärsystem, hinweis, laufgitter, verschwörungstheorie
Fleiss : die Schweissernte um mal vom bekannten ‹hammer› auszugehen: «ohne fleiss kein preis». ja schon, aber dann kommt schon der lustige, pan-verseuchte jesus: «und sie säen nicht und sie ernten doch» oder so ähnlich: da flick ich doch auch immer gern an mythen und legenden rum: denn sie sind ja alle auch geflickt, zusammengeflickt aus ‹oral history›, oder? oder soll man das eher ‹die destruktiven nichtdirekt suizidalen konstrukte von generationenmord bis ‹new world order› nennen : = doof gegen vorher auch schon doof? flick auf flick gibt nix neues: flick auf flick bleibt geflickt. aber immerhin, um in derselben kategorie zu bleiben: ‹dumm fickt gut›. wie das aber dann letztendlich auf kategorien wie wissen:schafft, poli:tik und wunder:same künste anzuwenden ist, bleibt mir nach wie vor ein rätzel. dumm bleibt dumm, und wir wissen noch gar nicht mal, was dumm heisst, resp. ist. die kategorien des fleisses, der dummheit, des nichtstuns, des schwätzens, des verstummens helfen da gar nichts. aber es gibt diese unreflektiert-optimistische (oder halt vielleicht auch nur system.im.mann.ente (d’chöpfli tüends is wasser, d’schwänzli tüends i d’ höh)) fleiss- & karrieregläubigkeit, die partout nicht verstehen will, dass weitsicht und einsicht nicht mit mehranhäufung von schonvorhandenem zu tun hat. das ärgert mich: und darauf geb ich einen flick! die utopien, und geben wir ihnen doch mal, nicht unreflektiert aber mit vollem munde, recht: sagen: ‹die wünsche sind unser einziges gut. wir säen sie, und wir möchten die früchte ernten›. und wenn es einen flick an der geschichte gibt, dann sind es die utopien : sie fordern den flick auf dem flick: und sichtbar darf und soll er sein. ps: prometheus: der vorherseher ementheus: der nachherseher. [mvs: 030217] > flick you!; wie ein text entsteht; wie irgendetwas entsteht; schweiss; dummheit; klüger, nachher; sisyphos; bloch, ernst
Flic, le kommt wohl eher deutschsprachigen in den sinn: der flic (polizist) ist der gesellschaftsverhaltensflicker. ruhe und ordnung müssen tag & nacht geflickt werden. flic-werk-zeuge: schlagstock, tränengas, pistole, handschellen (maulschellen), blaulicht & sirene, helme, schutzschild, schusssichere weste, untersuchungsgefängnis, verhörraum, schreibmaschine, tonband, videokamera, zeugen. [mvs: 030307] > normative systeme; kammerjäger; law & order; forensik; kalauer; mikro- und makrojustiz
Flick im Meyers Lexikon, 1927, werden die lemmata ‹flick› und ‹flicken› nicht aufgeführt. im Brockhaus, Handbuch des Wissens, 1929, werden die lemmata ‹flick› und ‹flicken› nicht aufgeführt. im Grossen Brockhaus, 1931, werden die lemmata ‹flick› und ‹flicken› nicht aufgeführt. im Schweizer Lexikon, 1946, werden die lemmata ‹flick› und ‹flicken› nicht aufgeführt. das lemma, auf welches flick folgen sollte, ist in allen fällen ‹flibustier›, offenbar exotischer als jeder flick am gewand und gemüt: «flibustier (vom engl. fly boat, schnelles Segelboot), Seeräuberverbindung in den westind. Gewässern in der zweiten Hälfte des 17. Jahr-hunderts, auch Bukaniers (frz. boucaniers) genannt; von den Seemächten gemeinsam unterdrückt.» das ist die kürzeste version vom flickvorgängerlemma. seeräuber sind, mit allen flicken an hosen und an einem auge (eyepatch: von captain A bis captain Z: alle haben nur ein auge und, manchmal, einen papageien auf der schulter (parrot abuse!)) fröhliche präpubertärmythen, doch allemal interessanter als der flick am tschopen. (soll ich jetzt nochmals, zum ekel aller leserinnen, eine katze ‹aufbringen› (so im seeräuberjargon) (weil papageien katzensubstitute sind in den seeräubergeschichten im weitesten sinne also teddybärensubstitute, nur dass ein seeräuber mit einem teddybären auf der achsel sowohl einen anachronismus (teddy roosevelt neunzehnhundertfrüh, als man die weltkriege noch nicht numerierte) darstellen und ziemlich desillusionierend infantil erscheinen würde ),: der noch lebende kater in ‹meiner› gang heisst: ‹fili buster keaton› oder ‹filius buster keatoni› = ‹der meinen fuss fickt wenn ich im bett liege› : filibuster. soviel zu conversationslexika und was man draus lernen kann.) allerhand.
im Kürschner: Lexikon der sechs Weltsprachen (o.J.): Flickarbeit: e: patchwork, f: raccommodage, i: rappezzomento, s: remediendo, l: refectio, reparatio. flicken: e: to patch, to mend, to repair, f: raccommoder, i: rappezzare, s: remendar, l: sarcire, reficere, reparare. Flicker: e: patcher, botcher, mender, f: raccommodeur, i: rappezzatore, s: remendon, l: sarcinator. Flickwerk: e: patchwork, f: raccommodage, i: lavoro abborracciato, s: remiendo, zurcido, l: cento. [mvs: 030318/21] > besserwissen; conversationslexikon; utopie; pubertät; teddybear syndrome
«Besser ein Flick als ein Loch», hiess es früher. Doch wie ich der Zeitung von heute entnehme, ist es durchaus schick, sichtbar grosse Mottenlöcher als Trophäen zu tragen («Ein Pullover muss mindestens zwei grosse, nicht mehr zu stopfende Löcher haben, bevor man ihn überhaupt anlegen kann. … Es ist völlig egal, zuweilen unpassend gekleidet zu sein. Ein Pullover mit Loch, eine geplatzte Naht, Hundehaare am Mantel können schön sein», TA/Das Magazin 52/2003, 19). Es ist übrigens gar nicht so einfach, etwas so lange zu tragen (auszutragen, wie man sagt), damit es wirklich vom Tragen kaputt ist. Meine verwaschenen Unterleibchen gehen z.B. erst nach rund 15-jährigem, praktisch täglichem Tragen und wöchentlichem Wa-schen (das sind ja immerhin 700 Waschgänge) langsam aus der Form, haben aufgeschürfte Ränder an den Trägern oder kleine Löchlein von defektem Gewebe. Wer also Kleider nicht wirklich als Arbeitskleider trägt, muss zwangsläufig Hand anlegen, um modisch zu werden (vgl. die Jeans, die in verschiedenen Zu-ständen stonewashed, durchlöchert, mit Sicherheitsnadeln besetzt, aufgeplätzt oder gelb gebleicht gekauft werden, also erst neu hergestellt werden, um sei nachher so zu traktieren, dass sie alt aussehen). [ffv 27122003] > safety pin; mode; jeans
Flickberg Früherer, meist von kinderreichen Müttern gebrauchte Interjektion des Stöhnens angesichts eines Haufens Wäsche, die an verschiedenen Orten des Fadens und der Nadel, und, was meist mangelt, der Zeit bedarf. Heute sind Flickberge fast ‹ausgestorben›. [ffv 09042003]
Flickberuf Änderungsschneiderin, Beckibüetzer, Flicknäherin, Flickschneider, Flickschuster, Hafenbinder, Kesselflicker, Korbflicker, PC-Doktor, Pfannenflicker, Rechenmacher, Scherenschleifer, Schirmflicker, Störglaser. [ffv 02012004]
flicken (Verb), Flicken (Sub.) Der Flick muss allemal grösser sein als der Flecken, resp. als das Loch. [ffv 16022003]
Da antwortete Jesus: Können die Hochzeitsgäste traurig sein, solange der Bräutigam da ist? Es werden Tage kommen, da wird man ihnen den Bräutigam nehmen, dann werden sie fasten. Niemand flickt ein altes, zerrissenes Gewand mit einem neuen und starken Tuch, denn der Flicken reißt doch wieder vom Kleid, und der Riß wird schlimmer. Man füllt auch nicht neuen, gärenden Wein in alte, brüchige Ledersäcke. Sonst platzen die Säcke, der Wein läuft aus, und das Leder ist zerstört. Neuen Wein zu fassen bedarf es neuer, haltbarer Säcke, so bleiben sie bei miteinander erhalten. [Matth. 9,1517, zit. nach:
Da antwortete ihnen Jesus: Wer könnte sich vorstellen, daß die Gäste des Bräutigams fasten, solange der Bräutigam mit ihnen sein Fest feiert? Seid ohne Sorge! Früh genug werden Tage kommen, da wird man den Bräutigam von ihnen reißen. Dann werden sie fasten. (Ihr redet von Überlieferungen und alten, überholten Ordnungen:) Niemand flickt einen Lappen aus neuem und starkem Tuch auf ein altes, brüchiges Gewand, denn der Flicken reißt doch wieder vom Kleid, der neue vom alten, und der Riß wird schlimmer. Niemand begeht den Fehler, neuen, gärenden Wein in alte, brüchige Ledersäcke zu füllen, sonst sprengt der wein die Säcke, der Wein läuft aus, und die Säcke zerreißen. Neuer Wein gehört in neue, haltbare Säcke. [Mark. 2, 1922, zit. nach: Das neue Testament, übertragen von Jörg Zink. Stuttgart 1965]
Da antwortete Jesus: Ihr könnt den Gästen des Bräutigams nicht zumuten, zu fasten, solange er da ist und solange das Fest währt. Es werden Tage kommen, da wird man den Bräutigam von ihnen reißen, dann wird es Zeit sein, zu fasten. (Ihr redet von alten, überholten Ordnungen.) Aber niemand trennt ein Stück Tuch aus einem neuen Mantel, um einen alten damit zu flicken, sonst ist der neue zerschnitten, und der Flicken paßt nicht zum alten. Und niemand begeht den Fehler, neuen, gärenden Wein in alte, brüchige Ledersäcke zu füllen, sonst sprengt der neue Wein die Säcke, der Wein läuft aus, und die Säcke gehen zugrunde. Neuen Wein zu fassen bedarf es neuer Behälter. Dann aber, wenn er alt geworden ist, trinkt man ihn gerne. Denn niemand, der alten, guten Wein trinkt, verlangt nach dem neuen, denn er weiß: Der alte ist milder. [Luk. 5,3439, zit. nach: Das neue Testament, übertragen von Jörg Zink. Stuttgart 1965]
minister flicken am staat, die richter flicken am rath, die pfarrer an dem gewissen, die ärzt an händen und füszen: o Jobsen, was flickest dann du? du flickest an den ministern, a richtern, ärzten, magistern zerriszne schuh! [Weisz, kom. Opern 2, 147, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1775]
Pembroke. Der Handwerksmann, ders allzugut will machen, Verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit, Und öfters, wenn man einen Fehl entschuldigt, Macht ihn noch schlimmer die Entschuldigung; Wie Flicken, die man setzt auf kleine Risse, Da sie den Fehl verbergen, mehr entstellen, Als selbst der Fehl, eh man ihn so geflickt. [William Shakespeare, König Johann, übersetzt von A. W. Schlegel (1839), 4. Aufzug, 2. Scene, 62]
Ruprecht. Laß er sie, Vater. Folg’ er mir. Der Drache! S’ ist der zerbrochne Krug nicht, der sie wurmt, Die Hochzeit ist es, die ein Loch bekommen, Und mit Gewalt hier denkt sie sie zu flicken. Ich aber setze noch den Fuß Eins drauf: Verflucht bin ich, wenn ich die Metze nehme.
Frau Marthe. Der eitle Flaps! Die Hochzeit ich hier flicken! Die Hochzeit, nicht des Flickdraths, unzerbrochen Nicht Einen von des Kruges Scherben werth. [40] Und stünd’ die Hochzeit blankgescheuert vor mir, Wie noch der Krug auf dem Gesimse gestern, So faßt’ ich sie beim Griff jetzt mit den Händen, Und schlüg’ sie gellend ihm am Kopf entzwei, Nicht aber hier die Scherben möcht’ ich flicken! Sie flicken! [Heinrich Kleist, Der zerbrochene Krug (1811), 6. Auftritt, 39f]
Er hing den Hut zur Flinte und stülpte sich die Perücke wieder auf den Kopf. Dann zog er den Rock aus und legte ihn über einen Stuhl. Dieser Rock war viele, viele Male geflickt und ausgebessert worden, immer ein Lederfetzen wieder auf den andern genäht, und dadurch hatte dieses Kleidungsstück eine Steifheit und Dicke erlangt, daß wohl kaum ein Indianerpfeil hindurchkommen konnte. [Karl May, Winnetou I (1893/1908), 1. Band, 1. Kapitel]
flicken, am Text zuerst mal aussage, dann flick, korrektur : wie entsteht ein diskurs? (discursus: hin und her rennen) im gegenteil dazu: «Zuerst das Urteil, dann die Verhandlung!» (lewis caroll: alice in wonderland) : da wird ein diskurs von vornherein ausgeschlossen. in der forschung gibt es ungezählte fälle, wo untersuchungsresultate so zurechtgeflickt werden, dass sie das gewünschte resultat bestätigen. das wird, wenn es auffliegt, wissenschaftsbetrug genannt. [mvs: 030214] > besserwissen; kompatibiltät; utopien; wie ein text entsteht; roland barthes; wissenschaftsbetrug
flicken «Viel kann eine Hausfrau durch das Flicken sparen, es gehört zu den notwendigsten Kenntnissen einer tüchtigen Haushälterin. Gar manches Alte kann in ein anderes Kleidungsstück verwandelt und so alles bis auf den letzten Faden ausgebraucht werden. Das heißt ‹Sparen›. Zum Flicken der Leibwäsche muß man stets den Lauf des Stoffadens im Auge behalten. Man schneide genau und fadengerade das schadhafte Stück heraus und richte ebenso genau den Einsatz. Dazu wähle man, wenn möglich, ein Stück, welches noch so gut sein mag, wie das zu flickende an den stärksten Stellen, so daß man denken kann, daß alles miteinander aufgehe.» [Müller, Susanna: Das fleißige Hausmütterchen, Zürich 1925, 811]
Flicken-Familie (Patchwork family) «Die Jüngeren schleppen die Mineralwasserkisten, die Alten passen auf die Kinder auf: Für die Zukunft erwarten Soziologen ein kompliziertes Geflecht von zusammengewürfelten Patchwork-Familien, in denen sich mehrere Generationen miteinander arrangieren.» [lit.: Der Spiegel] das ist ja die neuigkeit des jahrhunderts. früher lebten die alten bauersleute im stöckli, taten dies und das, was sie halt konnten, und die jungen führten den hof. das war, darf man den märchen über misshandelte und verschupfte, aber auch sehr geliebte eltern und grosseltern glauben schenken, früher auch ein kompliziertes geflecht. als nächstes werden die soziologen wohl auch noch die hippies entdecken und die komplizierten tribal-structures, die in diesen wohngemeinschaften herrschten. dann sind sie endlich im letzten jahrhundert angekommen. [mvs: 030409]
Flicken für Fortgeschrittene Versuchen Sie es! Beginnen Sie auf der ultimativen Profistufe! ein geborstener Ballon, eine zerbröselte Windschutzscheibe, die brennenden Ölfelder nach dem Golfkrieg 1991, die Waldschäden nach Lothar im Jahr 2000, die tradierte Skyline in Manhattan nach dem Loch durch das gänzliche Grounding der Twin Towers 2001, die historische Lehmstadt Bam nach dem Erdbeben 2003, die Strände der Biskaya nach den ungezählten Öltankerkatastrophen der letzten Jahre. Wie sagt doch der Allrounder: Man kann alles flicken. [ffv 27122003]
Flickenteppich (Quilt) Das Vorbild für einen zu reparierenden Gegenstand ist der unbefleckte Neuzustand. [ffv 31122003] > patchwork
Flickfleck dan ist nit die h. mesz von unzaligen päpsten, cardinälen und bischoffen zu unterschidenen zeiten und orten zusamen geraft und als ein betlersmantel mit vil flickflecken und schuhpletzen der menschlichen fantaseien in einander genäiet? [Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1176]
Flickgut Nicht jedes zu flickende Gut wird auch gut geflickt. Ein Restaurator z.B. nimmt für sich in Anspruch gut zu flicken, weshalb er sich selber gar nicht als Flickperson sieht. Er verschafft mit seiner Arbeit dem Flickgut auf der Basis seines Wissens, seiner Erfahrung und seiner gelernten Technik einen ideellen Mehrwert, der sich nicht zuletzt in der persönlichen Wertschätzung für das Flickgut äussert. Eine Person, die gut flickt, muss technisch nicht weniger versiert sein als der mit Abschlüssen, Zertifikaten und Diplomen bedachte Flickprofi. Da er aber landläufig eher als Handwerker gesehen wird, kann er den ideellen Wert aufgrund des (manchmal vermeintlich) fehlenden historisch-intellektuellen Wissens nicht unbedingt nutzbar machen. [ffv 09042003]
flick gut! Mancher liest «fick gut!» und glaubt, dass dies allein die Beziehung kittet. [ffv 28122003]
Flick you!: missverständnis, sehr. gemeint ist natürlich: FUCK YOU! wie entsteht ein diskurs? HÄÄÄ? fuck you! and so on. [mvs: 030317] > freud, sigmund; kompatibiltät; kontext; diskurs}
Flickleiter In der Bergmannssprache ist die Flickleiter eine angesetzte Zwischenleiter. [ffv 02012004]
Flickmärchen (Familienflick) Peking. Ein chinesischer Bauer ist festgenommen worden, weil er seine einjährigen Zwillingssöhne verkauft hatte. Der 31-jährige sei in der Stadt Xian im nordchinesischen Bezirk Baqiao von der Polizei gefasst worden, berichtete die chinesische Zeitung «Star Daily». «Meine Familie ist arm, und wir haben viele Kinder es ist unmöglich, noch zwei mehr aufzuziehen», habe der Mann den Verkauf begründet. Er bekam umgerechnet 50 Franken für die Kinder. Mit dem Geld wollte er in den Südosten der Volksrepublik fahren und sich dort Arbeit suchen. Noch am Bahnhof verlor er die Summe allerdings bei einer Schlägerei. [SDA/TA 12.02.2003] ob diese geschichte wie beim ‹Hans im Glück› dann zum ‹je weniger, desto glücklicher› geführt hat, weiss man nicht. [mvs: 030317etc.] > brüder grimm; bloch, ernst
Flicknachricht Journalistisches Kurz- und Verkürztfutter. [ffv 02012004]
Flickreim Gezwungen wirkende Reimstruktur. fast ohne gewöhnliche flickreime flieszen die verse. [Herder, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
Flickschneider, Flickschuster Einige Sparten des Flickgewerbes galten vor allem im 19. Jahrhundert als ehrloses Gewerbe so die Kesselflicker (Kaltschmiede) im Gegensatz zum eigentlichen produktiven und ehrbaren Kesslerhandwerk , weil es hauptsächlich von Vagabunden und Zigeunern ausgeübt wurde. Zwar wurden die Umherziehenden als billige Arbeitskräfte genutzt, doch wollte sie niemand als Nachbarn haben. Das Defekte hatte also immer etwas Anrüchiges; es machte Lärm, stank, befasste sich mit der ärmlichen Bevölkerung und war den Miasmen und Düften der Unterschicht ausgesetzt. Es wird als das ‹Schwarze Handwerk› zitiert, weil es eben gebrauchte und damit geschwärzte Dinge zu reparieren galt. Die Wechselwirkung zwischen schlechter Flickarbeit (08/15-Arbeit im Gegensatz zur Facharbeit) und schlechter Bezahlung war denn auch ein Teufelskreis: Ein Loch geflickt und zwei gemacht. [ffv 13022003]
Flickset
Flicksocken Æhandarbeitsunterricht; kinderquälerei; loch; pragmatik
Flicktagebuch 2003 04.01.2003 LL knübelt eine laufende Kassette aus ihrem Recorder und verdreht damit das Tonband. Kassette aufgeschraubt und das Band neu verlegt. 08.01.2003 Erneut ein verwurstetes Tonband in einer Kas-sette von LL. Verquirlter Teil weggeschnitten, mit Kleb-streifen zusammengeklebt und das Band wieder in die Führung eingelegt. Gleichentags die Gitter der Musikboxen mit Nägeln und Leim neu befestigt. 10.01.2003 Beziehungsstreit mit dem Ergebnis von drei kaputten Esstellern. Entsorgung. 12.01.2003 Die Glühbirne über dem Esstisch gibt den Geist auf. Ersatz 75W aus dem Vorrat. 15.01.2003 LL demoliert einen alten Wienerstuhl. Die abgefallene Sitzfläche wird mit Holzleim neu befestigt. 19.01.2003 LL durchlöchert mit einem Holzspiess den Plastik-Mottenschrank. Notbehelfsmässig die Löcher mit breitem Packstoffband abgedichtet. 23.01.2003 SV macht einen Computercheck beim Mac, um Unregelmässigkeiten beim Schriftenaufbau auszumerzen. Beim iBook wird die Ansprechgeschwindigkeit des Cursors justiert, um doppelte Buchstaben zu vermeiden. Kosten für den Service: SFR 230.00. 24.01.2003 Der Akku der Canon Ixus lädt nun nach zwei Jahren Gebrauch nicht mehr richtig. Ersatzkauf bei Interdiscount: SFR 90.00. 28.01.2003 Batteriekontakte eines Kinderlampions gereinigt und mit neuen Batterien bestückt, damit das Lämpchen wieder glimmt. 29.01.2003 LL wirft aus ‹Täubi› die Zahnputz-maschine auf den Boden. Zur Strafe kriegt das Kind eins auf die Finger. Der Sprung im Gehäuse wird mit transparentem Klebband vor weiterem Zerfall und eindringendem Wasser geschützt. 12.02.2003 Im Traum muss ich mich anscheinend verteidigen. Am Morgen hat es in den Pijamahosen einen riesigen Schranz in der Gesässgegend. Noch zwei Nächte, dann wird die Hose vermüllt. 15.02.2003 Die kleinste, kaum gebrauchte Platte des Keramikherdes tut nicht mehr. Die oberflächliche Demontage zeitigt keinen sichtbaren Defekt. Demnächst muss der Reparateur bestellt werden. 18.02.2003 Nasenbluten. Selbstheilung. 22.02.2003 Beim Kämmen fällt das Drahtbett der Haarbürste aus der Verankerung. Geflickt mit Vielzweck-Klebstoff. 23.02.2003 Bei der trockenen Wäsche ist eine Socke am Fussballen gelöchert. Sie kommt auf den Flickhaufen für die Ausstellung. Ein grüner Pullover kommt wegen eines Mottenlochs auf der Frontseite neu auf den Stapel der zu Hause zu tragenden Kleider. 27.02.2003 Beim Umhängen des Rucksackes reisst der angebrochene Tragriemen. Der Kostenvoranschlag bei Leder Huwyler liegt bei rund SFR 60.00. Für die Reparatur des Reissverschlusses an der Aussentasche am gleichen Objekt mindestens nochmals soviel. Vielleicht finde ich einen günstigen Sattler. Oder dann geht es in die Flickausstellung. 02.03.2003 Beendigung der Flick- und Korrekturarbeit des Vorlesungsmanuskripts «Der verschämte Blick. Von der Konstruktion des Hässlichen bis zur Verkitschung der Entstellung», damit es gedruckt werden kann. 04.03.2003 Die Flaschenputzbürste bricht beim Abwaschen am Übergang zwischen Griff und Borsten. Das angesichts so vieler Schoppenflaschen notwendig neue Werkzeug kommt auf die Einkaufsliste. 06.03.2003 Beim Schöpfen von Spaghetti bricht die Hartplastikzange. Flicken wohl überflüssig, aber ich versuche es aus Spass mit Klebstreifen. 09.03.2003 Die Glühbirne über dem Esstisch gibt erneut den Geist auf. Ersatz 60W aus dem Vorrat. 10.03.2003 Entsorgung eines gut gelöcherten und ausgetragenen Sockenpaars. 25.03.2003 Beim Ausziehen der kleinen IR springt ein Knopf davon. Am Abend vor dem Essen ihn wieder angenäht (Pflicht kommt vor dem Vergnügen). 13.04.2003 M kommt mit kaputtem 3-Rad Jogger-Buggy. Was sie als ausgeleiertes Gewinde taxiert, als bereits einmal geflicktes Gefährt mit Gummipaste ausgeschäumt, und darüber hinaus nichts taugt und weggeworfen werden kann, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als bloss losgelöste Schraube, die mit zwei Hammerschlägen wieder ins Gewinde eingesetzt und mit einem Schraubenschlüssel angezogen werden kann. Allerdings ist eine Gummidichtung verloren. Merke: Trau keiner Person, die sich ein Urteil über den Zustand und den folglichen Werteverlust anmasst. Denn wie sagt doch der Allrounder: Alles ist flickbar. 17.04.2003 Hölzerner Spielzeugtraktor wieder fahrbar gemacht: Hilfsmittel: Holzleim. 14.06.2003 Im gemieteten Auto lasse ich das Licht brennen, obwohl ein für den ungewohnten Autofahrer als irrelevant taxiertes Piepsen mich darauf aufmerksam macht. Nach drei Stunden Hochzeitsfotografie im kleinen Dorf ist eine Überbrückung von Batterie zu Batterie notwendig, die eine gute Seele vom Erdbeerbauernhof bewerkstelligt. 20.06.2003 Platten am Fahrrad. Zu Hause stellt sich heraus, dass nichts defekt ist; pumpen allein hilft. 23.06.2003 Wieder Platten beim selben Fahrrad, wiederum erst auf am Bahnhof entdeckt. Beim Flickenversuch sieht man erneut nichts. Erst bei hohem Druck im Schlauch entweicht Luft an einer Flickstelle. Neuer Schlauch eingebaut. 01.07.2003 Ein Holzpuzzle der Kinder bricht an 2 dünnen Stegen: Holzleim ist gefragt. 07.07.2003 Im Unterrichtszimmer der Schule funktioniert der Beamer trotz verschiedener Hilfestellungen und Versuch/Irrtum-Anläufen nicht. Reparaturbericht geschrieben. Gemäss Rapport der Technik war der Defekt unbekannt und wohl etwas falsch eingestellt, weil er anderntags problemlos läuft. Auch Maschinen haben ihre Tage! Doch dies ist nur die Hälfte der Wahrheit. Tatsächlich kontrollierte der Techniker einen anderen Beamer in einem andern Zimmer. Im beanstandeten Zimmer war tatsächlich die Glühbirne des Projektors durch. Auch Techniker haben ihre Tage! 07.08.2003 Vom Wind zerbrochenes Fensterglas beim Glaser reparieren lassen. SFR 140.00 ist ein stolzer Preis für die halbe Stunde Arbeit. 12.09.2003 Ein Kinderholzstuhl trägt mein Gewicht nicht. Die Konstruktion des Stuhls ist nicht gerade optimal, denn die Sitzfläche liegt nicht auf der Verstrebung auf. Geflickt mit Holzleim und zwischen Sitzfläche und Verstrebung eingeschobener Spanplatte. 05.10.2003 Erneut braucht das Drahtbett der Haarbürste Schusterleim, um funktionstüchtig zu bleiben. Fast ein running gag/Flick! 14.10.2003 Eine Blaumeise hat sich im Loft verirrt und knallt gegen die Glasbausteine. Da sie benommen liegen bleibt, heben wir sie auf, reden ihr gut zu und warten, bis sie wieder flugtauglich ist. Und sie schaffts! 18.10.2003 Mein Freund KE meint, dass der Grund, dass ich meinen rechten Arm kaum mehr heben kann, das Impinchment-Syndrom sei. KS meint später, das vergehe im Laufe eines Jahres und ich dürfe möglichst den Arm nicht anspannen, sondern bewusst den Drehpunkt senken. CD meint, mit Akupunktur könnte das innert kürzerer Zeit geheilt werden. 23.10.2003 Jährliche Prophylaxe mit Zahnsteinentfernung bei der Dentalhygienikerin. Die neusten Röntgenbilder zeigen keine Auffälligkeiten. 03.11.2003 Die Magnetschnäpper in der Küchenkombination sind im Laufe der letzten 10 Jahre ausgerissen. Da die Firma Belinox nicht mehr existiert, resp. von Francke aufgekauft wurde, habe ich dort diese Teile bestellt. Doch diese Firma lieferte Teile, die bei ihren Küchen passen und nicht aber bei den alten. Telefonisches Hin und Her. Eko Trend-Küchen in Mellingen betreut nunmehr das Segment der Grossküchen. Ein Hr. Koller schickt die zwei Schnäpper für total SFR 12.00. 05.11.2003 Reparatur des Kochherdes. Da sich eine Küchenschabe ins Heizaggregat verirrte und dort einen Kurzschluss verursachte, musste der Strahlheizkörper ersetzt werden. Kostenpunkt total: SFR 191.85, Heizkörper: SFR 76.10, 20 Minuten Arbeit. Die Berechnung der Wegzeit ist doppelt so hoch wie die der Arbeitszeit. 30.11.2003 IR zerreisst zwei Halsketten. Keine Geduld zum Auffädeln, daher Entsorgung. 05.12.2003 Der Mixer landet wieder am Boden und lässt sich nicht wieder zusammenbringen. Dieses Mal wird er in die Migros zur Reparatur gebracht. SFR 50.00 Reparaturkosten, d.h. der Betrag, den man bereit ist zu bezahlen bei knapp SFR 100.00 Anschaffungspreis. Tatsächlich wird das Gerät aber nicht geflickt, sondern für den offerierten Preis ersetzt, da die Reparaturkosten höher ausfallen würden. 12.12.2003 LL lässt zwei Frühstücksteller fallen: irreparabler Schaden, daher Entsorgung. 19.12.2003 Ein Kinderholzstuhl bricht durch. Geleimt mit Holzleim, verstärkt mit 2mm-Karton. Einige Pflanzen erhalten neue Erde. 22.12.2003 Wieder mal eine Glühbirne zum Auswechseln. Kinderhampelmann justiert und geleimt. 24.12.2003 Zeit für den Familienflick. Es bräuchte Frischzellenkultur, Blutauffrischung, frische Luft, Aufforstung der Beziehung, Neuverknotungen des Familiennetzes, Kitt und Leim für emotionale Strukturen… 29.12.2003 Weil das Satellitenempfangsgerät seit Längerem nicht mehr tut, resp. kein Sender reinkommt, und weil kein TV-Bedarf oder Reparaturwille von Fernsehsüchtigen besteht, habe ich es weggestellt. So bleibt allein der Heimatsender mit terrestrischer Antenne. 30.12.2003 Zwei neue Hobel-Wendemesser machen die elektrische Hobelmaschine wieder funktionstüchtig, nachdem sie von der Ausleihe mit bösen Scharten wg. Nägeln, Hicks wie wir mundartlich sagen, zurückkam. Kauf im DIY-Laden, zwei mal zwei Stück à SFR 15.50. Telefonat an den Service-Dienst des Fotokopierers. Dieser setzt seit bald einem Jahr Streifen ab, als ob er ein Gefängnis in jedes Papier einschreiben müsse. Die Auskunft der Lieferanten im letzten Frühjahr, das komme von der Umstellung von den Heizperioden, stimmt bestimmt nicht, denn seit einem Jahr wurde es immer schlimmer, egal ob Sommer oder Winter. MVS meint, da sei die Trommel futsch. 31.12.2003 Die Trommel war es tatsächlich und wird durch die Firma Canon ersetzt: SFR 450.00, plus Arbeitszeit und -weg. LL wirft meine Brille zu Boden, auf die ich noch drauf trete, weil ich nichts sehe. Sie kann behelfsmässig wieder zurechtgebogen werden. 01.01.2004 Offen sind: Die Reparatur/Ersatz des DVD-Laufwerks des Laptops. Da dieses täglich in Ge-brauch ist, war bisher keine Zeit, es für Wochen ausser Haus zu geben. Doch dies muss noch vor Ablauf der Garantie geschehen. Das Einstelllicht meiner Blitzanlage sollte auch schon längst repariert werden. Der Rasierer sollte endlich einen neuen Scherkopf erhalten, damit das tägliche Rasieren wieder etwas schneller von sich geht. Seit dem letzten Aufziehen scheppert die Pendule. Viel-leicht ist eine Schraube locker, obwohl eine erste Prü-fung keine sichtbaren Defekte ergab (da zeigt sich der Mangel an Erfahrung!). Und wenn wir schon dabei sind: In der Warteschlaufe für die Ausmusterung liegen ein PC mit Wackel-kontakt samt Bildschirm und ein Harmonium, das durchaus einen wunderbaren Ton abgibt, wenn denn alle Register wieder repariert sind. [ffv 31122003] > redundanz; alltag
Flicktypologie Geht etwas kaputt, schickt sich meist jemand an, etwas zu reparieren. Doch nicht jeder/jede greift zum selben Material. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, wohl nicht zuletzt deshalb, welchen Flickstoff man/frau zu Hause hat und aus Erfahrung kennt. • Nagler: Zum Brachialen gehört auch ein richtiger Hammer, oder gleich mehrere in verschiedenen Gössen und Schlagstärken. Nägel lassen sich köpfen, stumpf machen, biegen, zu Agraffen formen, mit einer Spannung versehen, ganz wie es die Beckibüezer machten. • Leimer: Stoff auftragen, pressen, das ist seine Devise. Je länger gedrückt wird, bis die Finger erstarren, je grösser der Druck, den er/sie mit Muskelkraft oder aufgetürmten Objekten erzeugen kann, umso grösser der Glaube an die Haltbarkeit. • Drahter: Immer ein Stück Draht in der Nähe ist Zeichen für den heimlichen Spengler. Damit überbrückt er, umwickelt er, füllt er, bis es hält. Wer ein Stück Draht hat, glaubt, der Notbehelf dauere länger als bloss bis zur nächsten Kurve, wo ihm der Auspuff wieder abfällt. • Scotch Taper: eine Auswahl verschiedener Klebebänder, zum Isolieren, zum Abdichten, zum Befestigen, das haben Leute mit feinen Händen. Ihre Devise lautet, nur genügend oft drum herum, das stabilisiert dank der Wickeltechnik. • Öler: Dieser Typ glaubt fest daran, dass die Funktion bloss beeinträchtig wird durch zu grosse Reibung. Also versucht er mit ein paar Tropfen Öl das Werk wieder zu schmieren. Was mal läuft, bleibt immer am Laufen. • Fädeler: Vom Faden über den Zwirn, zur Schnur und zum Seil. Ein Typ dieser Art kennt nicht nur den Kreuzstich, sondern auch dem Samariterknoten. Dieses Know-how ist für ihn/sie der Gordische Knoten, den er/sie allezeit löst. • Stopfer: Füllen, Spachteln, zum Verschwinden bringen. Wer zu übertünchen weiss, der begräbt jeden Defekt unter einer Schicht Mörtel, in einer Spachtel-masse oder mit Kitt. • Klempner: Wo Bleche scherbeln, wo Metalle in verschiedenen Stärken und Formen geschmiedet liegen, wo Röhren und Rohre neu Zuläufe machen und etwas Hanf und Dichtfett das Wasser abstossen, wo Klammern und Spangen, Plastikbriden und Rohrschellen sich finden, ist der Spengler-Chlütteri wahrlich in seinem Element. [ffv 04032003]
Flickvers Unnötige Füllverse, um Texte zu verlängern. [ffv 31122003]
Flick-Werk Durch die Trennung des Kompositum in seine Bestandteile erhalten diese mehr Eigengewicht; flicken ist werken, werken ist synonym für flicken. Was an solchen Arbeiten herauskommt ist Konstrukt, Bruchstück, Flickwerk. Während die Kleinschreibung allerdings auf das Unvollständige hinweist, auf das nur Geflickte und damit abwertet, scheint Flick-Werk etwas vom Stolz des wieder Hergestellten, von der Ästhetik des wieder Funktionierenden, vom in den Zustand der Jungfräulichkeit gestellten Werks zu transportieren. Wie viele Mussestunden werden allerorts aufgewendet, um alte Maschinen in Gang zu bringen, um Lokomotiven wieder fahrbar zu machen, um verschwundene Technologien am Leben zu erhalten, um ausrangierte Praktiken und Techniken wenigstens in ein dokumentarisches und schliesslich museales Dasein zu überführen. Flick-Werk hat dabei auch einen postmodernen Zug im Kontext des Überflusses und meint nicht bloss die handwerkliche Notwendigkeit in Zeiten der Not und des Sparsamkeit. Man könnte auch formulieren, dass durch die schnelle Produktion an Gütern und Waren diese gar nicht mehr ausgereift sind. Ihnen ist damit bereits das Stigma des Geflicktwerdenmüssens eingegeben. Heimlich hofft man natürlich, dass die Ware einfach so lange hält, resp. die vorgeschriebene Funktion erfüllt, bis neue Ware Besseres und ein Mehrwert verspricht, resp. bis die neue Ware modisch anders daherkommt, die das Alte ohnehin obsolet erscheinen lassen und einen Wechsel unumgänglich machen. [ffv 14022003]
Flickwerk also musz ich mit flickwerk mich betragen. [Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177] gehen nur mit flickwerk um, dasz sie ir irrthum beschönen. [Luther, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
ein schneider arbeitet lieber in frischer waar als in flickwerk. [Lehmann, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
solch flickwerk, unbestendig wesen kann man in ewern büchern lesen. [Fischart, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
vergeszt ja keinen augenblick, dasz ich reine arbeit verlange und hütet euch vor allem flickwerk, vor aller stümperei. [H. L. Wagner, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
unser gebildeter innerer mensch ist ein abscheuliches flickwerk in allem unsern wissen und wollen. [Jean Paul, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
Flickwort Unnötige Füllwörter, um Texte zu verlängern oder (Vers)zeilen zu füllen. Dazu gehören: allerdings, also, beileibe, besonders, dann, denn, doch, eigentlich, einfach, etwa, eventuell, gewiss, natürlich, noch, nur, ohnehin, schon, sonst, vor allem… [ffv 31122003]
ich musz die reime nicht mit flickwörtern ausfüllen, solches seind: thun, sein, lobesan, fürwar etc. [Hanmann, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
dasz man aus natürlicher fahrlässigkeit immer noch gewisse flick und schaltwörter behaglich einschiebt, um eine sonst tüchtige und wirksame rede, man weisz nicht warum, zu erlängen. [Goethe, zit. in Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, 1862, Sp. 1177]
Flickwörter (pl.) Spxxl, wobei aus bxstxhxndxn Wxxtfrxgxxxten das gxxxe Wort zu eruieren ist. [ffv 31122003]
Flickzapfen In der Schreinerei Holzzapfen verschiedener Grösse, Farbe und Holzart für die möglichst optimale Ausbesserung von ausgebohrten Astlöchern. Für die Verzapfung von Rahmen werden standardisierte, meist gerillte Zapfen verwendet. [ffv 26122003]
fluchen fluchen ist ein selbstverordneter ablass, ohne rückfrage auf ‹political correctness›. fluchen befreit vom fatal eingesetzten zwang (=schicksal): schliesslich verdammt (und verdämmt) man das übel und unterwirft sich nicht. aber die eigenen kräfte müssen sich offenbar trotzdem retablieren, mit kraftworten, nach scheiss-ereignissen. [mvs: 030428] > herrgott, donner; ablass; zaubersprüche; narzissmus; beschimpfung
Flurschaden Der Flurschaden meint nicht einen Schaden im Dielenboden, sondern ursprünglich eine (klimatische) Beeinträchtigung der im freien Feld unterteilten Fluren, also der Bodenfläche oder des Saatfeldes. Im übertragenen Sinn begeht jemand einen Flurschaden, der ohne Wissen vorgesetzter Stellen Äusserungen macht oder Entscheidungen trifft, die nicht mit der Doktrin der Vorgesetzten übereinstimmen. Dabei wird nicht nur goodwill verspielt, sondern vor allem auch das firmeneigene Image beeinträchtigt. Da man nicht von einer leicht zu behebenden Reparatur ausgehen kann, ist der Flurschaden somit einer unbekannten Kontamination, einer Vergiftung des Vertrauensverhältnisses gleichzusetzen und bedarf längerfristiger, Vertrauen bildender Massnahmen, deren Aufwand nicht abschätzbar ist. «…massiver Flurschaden. Als Retter der Schweizer Luftfahrt haben sich…», «…der Flurschaden der ersten zwei Regierungsjahre ist bereits jetzt spürbar…», «…ob der so entstandene Flurschaden im Hause vom Rundfunkrat repariert werden kann, ist eher unwahrscheinlich…», «…schwerer Flurschaden in der politischen Kultur in Hamburg…», «…erheblicher wirtschaftlicher Flurschaden durch Zwangspfand…». [ffv 28122003]
Flusskorrektur
Frankenstein der zusammengeflickte mensch ist der schönere, bessere… «…und wenn jetzt meine schönste, lipschte im körper meiner schönsten lipschten wär, und die seele meine schönsten lipschten, und das hirni meiner schönsten lipschten: und dann alle meine lipschten in einer existenz vor mir stehen würden, mit mir essen, mit mir liegen, mit mir schlafen: wenn meine allen lipschten mir beiwohnen würden: auf einen tätsch: dann würd ich sagen: gut, dann will ich unsterblich sein.» ich grummschle halt in meinen realitäten und bin sterblich. aber meine lipschten sind mir alle lieb, auch ohne sektionen und perfektionen. [mvs: 030429etc] ® Æutopien, l’homme machine; barbie-puppe
Fremdwörter Denatus, (lat.) der Verstorbene. [der entgeborene geburt im rückwärtsgang] [lit.: Dr.E.A.Favreau: Vollständiges Fremdwörterbuch, ein Handbuch für Jedermann zur Erklärung und Erleichterung des Verstehens aller in den Wissenschaften, Künsten und Gewerben, in Zeitungen, gerichtlichen Verhandlungen und Regierungssachen, schriftlichen Aufsätzen, im Kriegswesen, in der Handlung, so wie im gewöhnlichen Leben mehr oder minder gebräuchlichen Schriftkürzungen und fremden Ausdrücke, mit Bezeichnung der Ableitung, der Aussprache und der Betonung derselben. Berlin, 1838] ® [mvs: 030704]
Freundlichkeit ein selbstverleugnungsflick oder eine überlebensstrategie: wie spreche ich zu meinem kehrichtsack, dass er nicht mit einem weiteren loch antwortet? ‹political correctness› ist der zu paranoia dementierte verlust der wahrnehmung des anderen existierenden. [mvs: 030429] > knigge, freiherr von
Freundschaften «freundschaften bestehen immer nur auf vermeintlicher gegenseitiger überlegenheit» wer das gesagt hat, weiss ich nicht mehr ist mir auch wurscht aber impressiv ist es. aber kapieren, was das wieder meint, vermeinen wir doch schon zu meinen. leider. [mvs: 030531] > knigge, freiherr von
Fritz, lieber lieber fritz: mein compi spielt immer noch absonderliche spiele mit mir : so wusste ich nicht sicher, ob ‹er› das attach gesendet hat oder nicht. ich kann einige ‹attachs› im moment nicht öffnen, weil er (der compi?) den virenschutz amoklaufen lässt : interessante (wenn auch überflüssige) flicks (paranoia vom antivirus?). amoks sind auch flicke an der gesellschaft. so auch der perdrelopok bei den inuits. aber: sind nicht (kultur)ausstellungen flicke an der sozietären kommunikation? [mvs: 030214] > collaboration; kommunikationsflicken, beziehungsflicken; flicken-familien; kunst
Füdlibürger ein lustiger, selbstreferentieller hüpfer: wer so nennt, ist auch immer ganz ganz kurz vor ‹so› benannt werden : = dito. [mvs: 030531] > kafka, franz; erinnerung; normative systeme; bezug
Fürchterliche das fürchterliche ist das gegenmittel (antidot) gegen das gewöhnliche. die sensationen der katastrophen berühren uns so tief, weil mitleid ausgelöst wird, aber ebensosehr weil das gewöhnliche aufgehoben wird. das gewöhnliche bringt uns, ohne die abwechslung der furcht, genauso um wie die katastrophe. [mvs: 030523] > kafka, franz; erinnerung; normative systeme; trost |