Bauerntrick, Bschiss
SEA FIELD VENTURES (ACCREDITED LICENSED AGENT TO GLOBAL LOTTERY INTERNATIONAL)
Ref. Number : 2367/678-0122
Batch Number : 837435611223-GLI/03

Sir/Madam,

We are pleased to inform you of the result of the Lottery Winners International programs held on the 1st January, 2003. Your e-mail address attached to ticket number 27511465896-6410 with Serial Number 4204-777 Drew lucky numbers 7-21-23-54-67-88 which consequently Won in the 1st category, you have therefore been approved for a lump sum pay of $ 400,000.00 (Four Hundred Thousand Dollars).

CONGRATULATIONS!!!

Due to mix up of some numbers and names, we ask that you keep your winning information confidential until your claims has been processed and your money Remitted to you. This is part of our security protocol to avoid double claiming and unwarranted abuse of this program by some participants.
All participants were selected through a computer ballot system drawn for only for Microsoft users from over 20,000 company and 300,000 individual email addresses and names from all over the world. This promotional program takes place every three years.

This lottery was promoted and sponsored by the owner of the World’s largest software (MICROSOFT), we hope with part of your winning you will take part in our next subsequent stake that will be held in October 2003 of US$ 2,000,000.00 (Two Million Dollars) international lottery.

To file for your claim, please contact our FIDUCIAL Agent in Holland, Mr. Tony Myers of THE SEA FIELD VENTURES on 0031-630681971 for your winning/Processment and Claim: Please be aware that your Paying Bank will Effect Payment Swiftly upon Satisfactory Report and Verifications provided by our processing Agency (SEA FIELD VENTURES).

Remember, all winning must be CLAIMED not later than Monday 14th of July, 2003.

After this date all unclaimed funds will be included in the next stake. Please note in order to avoid unnecessary delays and complications please remember to quote your reference number and batch numbers in all correspondence. Furthermore, should there be any change of address do inform our Agent as soon as possible.

Congratulations once more from our members of staff and thank you for being part of our promotional program.

Note: Anybody under the age of 18 is AUTHOMATICALY DISQUALIFIED.
Yours Sincerely, Mrs. Evelyn Van Borsch.

in die erste kategorie wollte ich schon immer mal hin, hab mich aber nie entscheiden können, in welchem gebiet. und ich hab den eindruck, dass ich nicht qualifiziert sein möchte.

lotterien, so als ‹dem schicksal ein schnippchen schlagen-syndrom› sind seit eh und jeh für viele böse überraschungen gut.
der erotikkleinmeister giacomo casanova (ich empfehle allen lotteriegläubigen die zwölfbändige ausgabe seiner ‹erinnerungen› (rowohlt) – ich hab alle gelesen, mit gewinn!) hat, if my memory serves me well, in frankreich die lotterie eingeführt. erotik und lotterie gehen schön ineinander auf: ‹wer wagt, gewinnt› etc. der gewinn ist in beiden fällen imponderabel – wenn mans in den hosensack steckt und nach jahren übers leben hin rückblickend abrechnet, schaut immer was raus, je nach dem.

zur vertiefung dieses thema gibt es auch (pseudo)dokumentarische tv-kracher à la «ich hab eine million euro gewonnen: so lebe ich heute» – das ist für die verlorenen so erfrischend, dass sie sich aus dem sofa stemmen und ins bett fallen mit den ungefähren worten: «geld allein macht auch nicht glücklich». und damit kann man trotzallem nicht mal charon bezahlen. [lit.: giacomo casanova: erinnerungen; grawert-maly: zur geschichte der polizei- und liebeskunst,1980] • [mvs: 030618] • >joggeli; hans im glück; 1st category; lotterien, casanova, giacomo; eh & jeh; marx, karl; schöne leich; je nach dem

Beanstandung
Beim technischen Überwachungsdienst (TÜV) oder beim so genannten Strassenverkehrskontrollamt vor allem in Zusammenhang mit Autos gebrauchte Mahnungsformel, die den Fehlerstand dokumentiert und zur Reparatur, das heisst zur Instandstellung verpflichtet. [ffv 24052003]

Beauty, the & the beast, the /
la belle et la bête
ich möchte einen ganz verliebten briefroman schreiben – natürlich in enger konspiration mit der schönenlieben – der letztendlich flickwerk bleibt, bleiben muss. aber sehr schön sein könnte. [mvs: 030630] • >stendhal: de l’amour; happy end; barthes:
fragments d’un discours amoureux

Begründung
begründen zu müssen ist alltäglicher erklärungsnotstand (wieso haben sie sich für unser produkt entschieden? wahlweise anzukreuzen: werbung, freunde, internet etc.) begründet wird zum beispiel konsekutiv, also gegenwärtiges mit vergangenem oder zukünftig erwartetes mit der gegenwart (so auch in der trendforschung), auch prospektiv, also vergangenes mit dem lauf der dinge («er war seiner zeit voraus», siehe auch luftschutzbunker, worst case szenarien, altersvorsorge). denn der mensch ist ein zeitwesen, ein dreizeitiges: er hat eine vergangenheit, eine gegenwart und eine zukunft, und nur die religion hat noch eine vierte zeit geschaffen: die ewigkeit (die sie dann auch begründet). begründet wird auch gern mit rekurs auf eine übergeordnete deutungsinstanz ohne präzisen inhalt, also die entlassung mit den ‹ökonomischen verhältnissen›, das wassertrinken mit den ‹neusten medizinischen erkenntnissen›, verliebtsein mit energiefeldern, mord und totschlag mit der apokalypse. sehr effektiv ist auch das begründen mit einfacher kontrastwirkung, also das böse mit dem impliziten guten, armut hier mit reichtum dort oder progressivität mit konservativen rahmenbedingungen. und irgendwo beginnt dann der rückgriff auf scheinbegründungen, auf den kurzschluss von form und sinn, oder: wie mache ich einen gescheiten satz, der nichts erklärt aber so tut als ob und keiner merkts. es ist die kapitulation vor dem unergründlichen abgrund, das erkenntnistheoretische nichts, der strick am abgesägten ast, auf dem man nie gesessen hat. [lh] • >horoskop; axiom; konstrukt; tatsache; übergänge; meineid; sprache; worst case scenario

beichten
Als eines der sieben Sakramente der Katholiken ist die Beichte ein Deal zwischen Gott und Mensch. Letzterer sagt, was er Sündiges getan hat, ersterer verzeiht unter der Bedingung des Schuldeingeständnisses und der Reue. Die von Gott via Beichtvater mahnende Belehrung und die auferlegte, vom Beichtenden ausgeführte Busse garantiert die Absolution, also die Aufhebung einer fortgesetzten Schuld. Es ist aber unmöglich, sozusagen auf Vorrat Busse zu tun, denn Busse ist die Strafe für die Sünden und somit die Folge des privaten Bekenntnisses. Die Beichte wird meist als Ohrenbeichte praktiziert. Der Beichtvater/Priester ist bei hoher Kirchenstrafe zu Stillschweigen verpflichtet (Beichtgeheimnis). [ffv 28122003] • >absolution, ablass; entschuldigung; tugend

Beispiel
beispiele sind so hilflos rührende wortlosigkeiten, die bilder bemühen, erinnerungen – ganz so, als hätte man schon einmal gelebt (was ja oft unbestreitbar ist) – mit unbestreitbarer relevanz.

ich, zum beispiel, habe viele nächte mit teddybärfamilien verbracht, auch mit katzen – nur, als beispiel kann ich zum ende nur mich aufführen (wie einen tanzbär, an meiner eigenen nase rumgeführt, an meiner eigenen kette): und bin dann ganz beispiellos gerade da dort anwesend (und erlaube mir absenzen).

(die ganze fülle der beispiele ist dann, im gegenwärtigen, als sternenhimmel leuchtend anwesend, aber ebenso fern. verlorenheit in. oder so ähnlich unverständlich wie in einem beispiel. und dazu vermerkt man dann, dass alle romane (romanzen, wie der italiäner sagt), jede sprache (die selbstgesprochene und die der anderen) im beispielhimmel versinken – ganz fern). und jede nähe ist beispiellos verloren bei sich. [mvs: 030619] • >ich, auch ich, zum beispiel ich; metapher

Belehrung

Bemängelung

Bestätigung
‹ja, wenn ich es doch sage› ist eine form der (selbst-)bestätigung, die von einem ersten ausgeht, das angezweifelt wird. so ganz ohne argument wird versucht, durch repetition zu einer gültigen aussage zu kommen. [mvs: 030606] • >ich, auch ich

Beule
Ein starker Schlag auf die Haut lässt die Blutgefässe im Unterhautgewebe platzen. Die ausströmenden Flüssigkeiten bilden einen blauen Fleck, ein Hämatom. Durch die Abbauprozesse des Hämoglobins verfärbt sich die Umgebung allmählich bräunlich bis grüngelb. Statt eines Hämatoms kann sich an der Druckstelle auch eine Art Wasserblase (Ödem) bilden, was landläufig als Beule bezeichnet wird. Andere Defekte an der Haut sind Schürfwunden (Verletzung), Schrunden oder Rhagaden (Austrocknung), Frostbeulen (Erfrierungen) und verschiedene Formen von Verbrennungen (Verätzung, Hitzeeinwirkung, Strahlenschäden). Als entzündungshemmende Sofortmassnahme empfiehlt sich die Kühlung mit reichlich Wasser. [ffv 25122003]


Biographiegeklitter
man ist sich immer wichtig, wenn man träumt: ganz am leben, erotisch (alles flüssig) und alles alb und tot : kalk calcium.
dazwischen, ganz kurz, definiert man seine vorfahren. ich, für mich, hab eine vorliebe für die zeit zwischen 1750 und 1999. warum? hmmm. ich nenne nur namen, falls diese keinen sinn machen: ich werds, da es keine gnade gibt, gnadenlos nennen: (vorgesprochen:) montaigne, jonathan swift, laurence sterne, jean paul, goya, sengai, e.t.h. hoffmann, franz kafka, robert walser, hanns henny jahnn, james joyce. romane haben mich nie interessiert (schon auch gelogen: ich habs gelesen: aber die wiederholen sich manchmal schon, wie alles andere auch. warum weiterlesen? na ja: es scheint immer wieder etwas auf: blitzend, unerwartet). ich kapier das zeux nicht. ganz kurz, das was es ist: so wenig versteh ich. gibts aber in romanen auch, so als ganzkurzaufleuchtende junileuchtkäfer.

warum eine kontinuierliche, stringente biographie erzählen: alles flickwerk. ganz subjektiv: wenn ich was anderes als ein flickenteppich bin, hab ich ja noch schwein gehabt. biographie: der selbstgebastelte abfurzteppich: ab ins nichts. (fliegen hat sehr viel (fiel: ikarus) mit luft zu tun.)
ich stell mir meine biographie als ‹work in progress› vor: ich bastle dran rum, andere basteln auch daran: klar ist: katzenfutter besteht (mindestens partiell) aus tierfleischbiographien. in diesem bereich verstehe ich mich auch. ich bin mr. catfood! (siehe auch: «wenn ich mal erwachsen bin, dann möcht ich katzenfutter werden!») [mvs: 030422] • musik: iggy pop: i’m living on dog food. • >ich, auch ich; beispiel; luftibus; ikarus; ambition; klitterung; redundanz

Blackout
Es kommt vor, mit zunehmendem Alter häufiger, dass der Gedankenffluss zu stocken scheint; eben erst gehegte Gedanken bleiben trotz gedanklicher Anstrengung versiegt. Es wird wohl unmöglich bleiben, die Hirnganglien mit einer kanalisationsreparaturähnlichen Maschine von allerlei unnötigem Morast und Kalk zu befreien, damit es nicht plötzlich für immer dunkel wird, das Gehirn sozusagen auslöscht. Andere Blackouts, deren Ursachen elektrische Kurzschlüsse sind (mal ein Sturm, dann wieder ein Nager an einem Elekrokabel), werden zumeist automatisch behoben, ausser es handelt sich um Kettenreaktionen, die meist die Schwachstelle Mensch nicht ausschalten können. Dieser Artikel musste z.B. während des Layoutens geschrieben werden, um eine nicht beabsichtigte Lücke zu stopfen. [ffv 13022004]

Bloch, Ernst (von bis und
nachwirkend)
wenn auch ernst bloch immer mal wieder ‹in› und ‹out› war : mich würd es freuen, wenn die menschen mehr bloch lesen als irgendwelche scheisse am fernsehen reinziehen würden. wer bloch einigermassen fundiert kritisieren kann (was durchaus erlaubt und möglich ist) muss halt schon mal einige stunden investieren, vorher, = bevor man einfach mal sagt etc. … blah.

ist mir eigentlich widerlich, woran ich jetzt denke, aber damit haben wir es ja auch immer wieder zu tun: die leute, die schon alles wissen.
ich auch = alles von vorher und auch. (= selbstkritik. = beispiel. = toll & bravo.)

stop!!!! : selber denken!!! (schon wieder falsch, papi.) na ja: reverse psychology wird da ja wohl auch nicht mehr wirken. hmmm. also : so what?
(was mich von bloch unterscheidet ist: er hatte diese unglaublich optimistische, kindererziehende energie, alles immer wieder zu erklären. und damit hatte er wohl auch recht. ich mag aber den diskurs tatsächlich nicht immer wieder im kindergarten beginnen, obwohl es im diskurs offensichtlich immer wieder notwendig wäre : meine lieben professoren, politiker usw. wichtigtuer: wenn ihr erst mal wüsstet, wovon ihr sprecht, dann wärt ihr erst mal stumm. und dann erst könnte ein diskurs, der diesen namen verdient, beginnen. wenn ich jetzt sage, dass ich nicht doof bin, meine ich das nicht in abgrenzung zu bloch, sondern zu allen namentlich nicht bekannten mitgemeinten bla-idioten. ich halte mich da, aus den doof-awards etc., raus. i do not pretend. das ist die unschuld des sauber geflickten. und eine verneigung richtung bloch, karola & ernst. und die kids sind auch nicht schuld an dem dilemma.)
[mvs: 030217] • >kulturimport, kulturexport; weltbilder,
neue & alte, marxismus, katzentransportkörbe; utopien

blöd sein (Strategie des Überlebens)
ich gebs ja zu: jetzt bin ich ein bisschen zynisch: aber das einfache behagt mir doch auch nicht. die gemütliche blödheit des ‹eigentlich› (adorno: der jargon der eigentlichkeit) kurzdenkens und sammelns und kurzschliessens : des ‹das hab ich mir auch schon nicht gedacht›: geht mir auf den nerv. da steh ich auf und hau in die schnauze. ja, ja. (ohne jegentliches ‹eigentlich›: ja? klar?) und die anhäufung von dies und das zu flick ist genau das: die exuberanz der neugier mit gehstock dummheit: ‹das nehmen wir auch noch›. nein, das ist kein flick, das ist absenz von wissen equals bitte nicht schon wieder ohne background. wenn wir auf dieser dummheit bestehen würden, dann gäbs fliegenpilz zum mittagessen und überfahrenwerden von autos zum nachtessen. punkt. hab ich mich jetzt verständlich gemacht? wohl nicht – aber ich habs auch nicht erwartet. ich les aber auch nicht die todesanzeigen, ich versprechs.

[mvs: 030217] • >conversationslexikon; dummheit

Blues, i’ve got the blues, oh yes i do
and there is nothing like the blues. no, no there ain’t. and now, you’d better fuck off pal – ‘cause when i’ve got the blues i got the blues and i don’t need no shitting, right – right.
and here we go: a blues haiku:
all those funny people
jumping up and down
not knowing where to go
(and quit counting the syllables – it doesn’t help, nope it doesn’t)
and : i hear my train a coming – so fare you well, so very well, so far away and swell. [mvs: 031210] • >yes, i do; i hear my train a coming; i gotta get out of here

Blutegel
Wenn es auch in die heutige Medizin kaum zu passen scheint: Blutegel (hirudo medicinalis) sind wieder zu einem Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden.

Das Wort ‹Egel› stammt von dem griechischen Wort echis = kleine Schlange. Manche vermuten sogar, daß die Schlange des Aeskulapstabes einen Egel darstellt. Bei den Germanen wurde das Wort ‹Blutegel› nahezu synonym mit dem Wort ‹Heiler› verwendet. Dhanvantari, der indische Gott des Ayurveda, trägt einen Blutegel in einer seiner vier Hände, und im Englischen wurden die Heiler des Mittelalters als ‹leecher› (leech (engl.) = Blutegel) bezeichnet.

Nach einer ca. 100 Jahre dauernden Zwangspause (bis ~1975) – die durch die Folgen abusushafter Mißbräuche im letzten Jahrhundert (‹Vampyrismus›), mangelndes Wissen und Vorurteile begründet war – haben sie heute ihre ‹Approbation› als Heiler und als lebende Apotheken zurück.
Mit Vorurteilen sind die kleinen Sauger seit langem behaftet. Das ist bei ihrem Bekanntheitsgrad als blutsaugende Schleimhaufen auch kein Wunder. Allerdings entsprechen sie nur bis zu einem kleinen Teil dem von den Menschen geprägten Image. Egel leben, gemessen am Menschen, höchst bescheiden: Eine einzige Mahlzeit genügt für 1–2 Jahre!

Obwohl Egel oft mit etwas Ekligem – was vielleicht auch an der Ähnlichkeit der beiden Begriffe liegt: Egel und Ekel liegen ja nun wirklich nicht weit auseinander – und mit Krankheit oder Vampirismus in Verbindung gebracht werden, sind sie eigentlich von ganz anderer Natur: So besiedeln sie nur reinstes Wasser, sind mehr oder weniger stolze Besitzer einer einmaligen, schönen Rückenzeichnung, präsentieren einen delphinhaft-eleganten Schwimmstil. Ihr Biss ist nur wenig schmerzhaft; von mutigen Probanden wird er empfunden wie einen Brennessel- oder Mückenstich. Dies gelingt den unbemerkt bleiben wollenden Tieren durch die Bisstechnik mit drei sternförmig angeordneten Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen. Diese raspeln sich vorsichtig durch die Haut, um zum Ziel der Wünsche – dem Blut – zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die die SALIVA, der Blutegelspeichel abgegeben wird. Die Speicheldrüsen sind absolut frei von Krankheitskeimen.

Blutegel werden eingesetzt in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie sowie bei: Rheuma, Herpes Zoster (Gürtelrose), Varikosis, Tinnitus, Thrombosen, Furunkel und Karbunkel, Nebenhöhlenentzündungen, Mandelabszeß, Adnexitis, Parametritis (mamma mia, zuerst müsste man wissen, was diese Krankheiten überhaupt bedeuten!), Brustdrüsenentzündung, Gallenblasenentzündung, Hodenentzündung, Phlebitis, Depressionen (saugen sie da die negativen Gefühle und Gedanken ab?), Hypertonie, Hyperthyreose, Apoplexie, Angina pectoris und Thrombophlebitis.

Bei der Behandlung mit Blutegeln sind es hauptsächlich zwei Enzyme, die einen Einfluß auf unser Blut haben: Hirudin und Calin (Blutgerinnungshemmer). Hirudin ist im Speichel der Egel enthalten. Bei dem ca. 30 minütigen Saugakt ist es notwendig, die Wunde offen und das Blut fließfähig zu halten. Calin bewirkt nun im Anschluß an das ‹schnelle› Hirudin die ca. 12 Stunden dauernde Reinigung der Wunde durch Nachbluten. Es kommt zu dem bekannten, sanften Aderlaß. Währenddessen tritt der «Ausbreitungsfaktor», die Hyaluronidase, in Aktion: der Weg für die wirksamen (und heilsamen) Substanzen wird vorbereitet. Eine wahrscheinlich histaminähnliche Substanz (vielleicht ist es auch Acetylcholin) wirkt gefäßerweiternd: das Blut strömt zu derjenigen Stelle, wo der Egel zugebissen hat.

Der Egel-Aufschwung hat zu einem neuen Business geführt. Egel-Zuchtstationen beherbergen die kleinen Sauger bis sie in einer Wunde zum Einsatz kommen. Dass es den kleinen Heiltierchen auch gut gefällt, wird ihnen jeglicher Komfort geboten: In lichten Gewächshäusern tummeln sich in naturnah gestalteten Teichen inklusive Lotusblüten, Wasserfarn, Storchenblume und Igelkolben die elegant schwimmenden Egelchen. im Wasser. Der Grund für dieses idyllische Umfeld, wo sogar Libellen, die seltene Maulwurfsgrille und Wasserskorpione vorhanden sind, liegt darin, dass Egel dann am vitalsten und gesündesten und damit am heilsamsten sind, wenn sie sich «wie zu Hause» also: wohl fühlen. So soll ein gesundes ökologisches Gleichgewicht den Wachstum von Parasiten verhindern. Die Mikrobiologie wird ständig überwacht und eingeleitetes Wasser stets entkeimt.

Im Egelparadies leben sowohl importierte als auch selbst gezüchtete Tiere, die sorgfältig getrennt werden. Die importierten Tiere werden mindestens 3 Monate in Quarantäne gehalten. Diese Vorsichtsmassnahme wird einzig zur Beruhigung der Kunden wahrgenommen; die türkischen Händler belegen nämlich beim Verkauf der lebenden Ware, dass diese zuvor nie an Menschen gesaugt hat. ‹Gebrauchte› Egel werden von den Züchtern zurück-, das heisst, in Rente genommen.

Der Blutegel wirkt also nicht nur als Parasit an uns, er macht es sich zunächst erst mal etwas einfacher, indem er sich das ‹dicke› fließlangsame Blut verdünnt, um es besser aufnehmen zu können. Im Umkehrfall hilft er uns, wie es in einer guten Symbiose der Fall sein sollte, mit dieser Verflüssigung unseres Blutes. Das nämlich und das Hintransportieren frischen, unverbrauchten Blutes in die lokale Region, sind die Hauptabsicht des Blutegelanlegens.

Die allgemeine Wirkung dieser zur Gattung der Ringelwürmer gehörenden Tiere ist also eine Erleichterung und Entlastung unserer Säfte im allgemeinen. Eine Entgiftung von krankem Gewebe, Blut und Lymphe.

Die allgemeine Wirkung zielt auch auf eine Entzündungshemmung durch Erhöhung der Permeabilität des Blutes. Eine Veränderung der Blutviskosität selbst wird erzielt. Eine heilsame Wirkung auf Stauungen, besonders ödematöser Art, ist nachgewiesen. Es werden Exsudate und Transsudate sowie Hämatome ‹aufgesaugt›.

Darüberhinaus kommt es zu allgemeiner Beruhigung, Schmerzverminderung und Krampflösung. Eine Erhöhung der Widerstandskraft ist die Folge.
Die Rechnung für Dr. Blutegel ist um einiges billiger, als diejenige, die uns nach dem Besuch eines hinter dem Schreibtisch sitzenden, den Kugelschreiber drehenden und in einen Computer starrenden hilflosen Arztes ins Haus flattert. Ein Egel kostet Euro 2,90. Bei grösseren Bestellungen gibt’s Mengenrabatt. So kosten die Tierchen bei einer Nachfrage von mehr als fünfhundert Stück nur noch Euro 2,10 pro Tier. Die preiswertere Alternative zu den Bio-Zuchtegeln sind Kulturegel. Sie kosten Euro 1,70. Diese Tiere werden der freien Natur entnommen und in der Anlage eines Züchters mehrere Monate lang gehältert und gegebenenfalls mit Blut von biologisch-kontrolliert gehaltenen Tieren gefüttert. Versendet werden ausschliesslich hungrige Egel; bei hohen Aussentemperaturen werden die Tiere ausschliesslich per Express verschickt.

Um Blutegel zu Hause haben zu können braucht es – wie bei allen Tieren – eine artgerechte Haltung. Als Halterungsgefäss bietet sich in einer billigen Variante (für ca 30–70 mittelgroße Egel kostet der Topf Euro 92, zuzüglich 7 % Mwst. sowie Verpackung und Versandkosten) ein System an, das aus einem Tonbehälter von 3,5 Liter Fassungsvermögen mit einem perforierten Innengefäss (dem eigentlichen Blutegelheim) mit Schraubdeckel besteht. Damit wird die täglich nötige ‹Wäsche› der Blutegel erheblich erleichtert. Die Tiere bleiben über lange Zeit vital und einsatzfähig. Die speziell hergestellte, lebensfreundliche Masse, aus der die Töpfe geformt und gebrannt werden, sowie eine eigens für die Häutung der Egel gestaltete Innenfläche sorgen für das Wohlbefinden der kleinen Ärzte. Als «zeitgemäss, geschmackvoll in Handarbeit gefertigte Gefässe» werden die Egelheime angepriesen – als wären sie Schmuckstücke und nicht Aufbewahrungsort eines meist als eklig betrachteten Tieres. Hinzu kommt, dass nicht ein einzelner Egel den Topf bewohnt, sondern die Tiere in Anonymität in den Gefässen vor sich hinleben. Ob sie sich manchmal nach dem Egelparadies mit den Storchenblumen und Maulwurfsgrillen ihres Züchters sehnen? Um die Tiere nicht mit Heimweh zu konfrontieren wurde von Tierfreunden das sogenannte Kugelaquarium entwickelt. Dieses wird ‹Egelauge› genannt, weil man Egel damit schön sehen kann und weil es die Form eines Auges hat. Das Glas kann in der Praxis eines Therapeuten stehen, um den vor der Therapie stehenden Patienten auf die Egel vorzubereiten; ob es auch eine didaktische Wirkung hat und eventuell in Kindergärten oder Schulen eingesetzt werden könnte, ist mir nicht bekannt. Hingegen betonen die Hersteller, dass es durch sein ästhetisches Aussehen auch als Schmuckstück aufgestellt werden könne.

Egel, Pflanzen und Steine können durch die Linse vergrößert beobachtet werden. Der Boden des Glases ist mit Halbedelsteinen bedeckt und im Wasser schwimmt die feinblättrige Pflanze Elodea canadensis, deren Blätter mit Kieselsäure gehärtet sind. Steine und Pflanzen helfen den Egeln, ihre Häute abzustreifen.

Grundausführung: 1,5 l Glaskugel, Linse, Halbedelsteine, Elodea, 4 Egel: Euro 55,50 (zuzüglich 7 % MWSt., Verpackung und Versand) inkl. ausführlicher Beschreibung und Gebrauchsanleitung. Als Erweiterungen können Muscheln, Schnecken etc. bestellt werden.

Wer mehr Informationen über die sympathischen Egelchen und ihre Haltung erfahren möchte, besuche die Homepage: www.blutegel.de. [Internet/rg]


Body Building


Bonus Track
gehört eigentlich zu den >euphemismen: wenn halt die musike-CD-rom noch nicht voll ist, wird noch was altes draufgepackt (abfall, den man anderweitig nicht verwerten kann) und dann als ‹bonus› angepriesen. dafür ist die CD auf volle länge aufgepeppt. ganz nah damit verwandt sind auspreisungen (wie man so schön auf deutsch sagt) wie 9.99 (in der schweiz wurden die räppler schon länger abgeschafft und drum heisst es da 9.95). diese grossartige psychologie führt zu einem ‹lückenflick›: die 00.1 oder 00.5 lücke füllt sich mit ungeahnten möglichkeiten: was ist da alles noch möglich!
[mvs: 030308] • >euphemismus; sparflick; rheinfall in räpplern


Bordapotheke
Alle Sicherungsmassnahmen zusammen können nicht verhindern, dass immer wieder Personenunfälle vorkommen. Da man sich mit seinem Sportboot oft weitab von schneller medizinischer Hilfe befindet, sind auch auf diesem Gebiet einige Kenntnisse für den Sportbootführer unentbehrlich. Voraussetzung für jede Form der ersten Hilfe ist jedoch eine entsprechende Ausrüstung der Bordapotheke. In ihr sollte etwa folgendes enthalten sein: 1 Verbandschere; 1 Splitterpinzette; 1 Fieberthermometer; einige Sicherheitsnadeln; 1 Rolle Heftpflaster, 2 cm breit; 3 Mullbinden, 10 cm breit; 2 Verbandpäckchen, 6 cm breit; 2 Verbandpäckchen 8 cm breit; 1 Fläschchen Wundbenzin; Aminophenazon-Tabletten; 1 Schnellverband 50 x 6 cm; Verbandmull in Lagen; 1 Tube Nifucin-Gel (flüssiger Wundverband); Targophagin-Tabletten; 2 Röhrchen Sepso-Tupfer; Tonil-Puder; 1 Tube Borsalbe 3%; Schlagaderbinde. [Taschenbuch für Wassersportler, Transpress] • >schifffahrt


Bordwerkzeug


brällen
was kleinkinder tun, was lebewesen tun : ist: brällen = laut geben = forderung nach situationsveränderung und/oder bedürfnisanzeige, = flick auf zustand. da kommt sprache her. ist halt alles ein bedürfnis: erst existentiell, nachher wie auch immer. [mvs: 030429] • >vieles, unbeantwortet; orgasmus; teddybär; knigge, freiherr von; laufgitter; blues


Brut, Art
wie schön, wie exotisch! – die reaktion auf das verdrängte, oft angsteinflössende anderssein ist ein flick auf die albträume der gesunden: so einfach kann man es sich einrichten im leben, wenn man ‹art brut› als kunst klassifiziert. das subkutane, das unausgesprochene, das beängstigende lebt trotzdem weiter, als succubus und occubus, musée hin oder her. es gibt die existenz des noch nicht vereinnahmten selbst- (oder durch die gesellschaft-) geflicktens: die aus-sage, die noch nicht in den sagenbüchern der volkskundler erfasst ist. das allerdings wird durch die chemistrie weitgehend abgedämpft. zum wohl und zum unwohl. so ist jedes erfassen von ereignissen in kategorien und wissenschaften ein versuch, dem tod und letzthin auch dem leben zu entgehen. das ist der saranwrap (trademark) song der (missglückten und missverstandenen, der schräghingeflickten) aufklärung.
vielleicht gehört hierhin: der diskurs, vielleicht erst nur schon die wahrnehmung des möglichen diskurses, des daseins in gefilden dazu. gefilde: des seins in begebenheiten, jenseits von klassifikationen. [mvs: 030318] • >musée de l’art brut, lausanne; saranwrap; füssli, johann; napoleon; schöne leich


Büroklammer / Paper clip
die notizen, mit büroklammern an die travelogs (leporellos) gefügt, schweben zwischen provisorium und ‹über›-sockelung: das provisorische verleiht dem ‹pseudo›-‹wahren› erst den ‹mega›-sockel: die vorgabe des ‹noch-nicht-fertigen› verführt zur annahme, dass es etwas ‹fertiges› geben kann. die büroklammern sind als ‹entsockelung› des ‹fertigen› gedacht: nicht nihilierung des anwesenden (auftauchen – verschwinden) – es ist die verflüssigung (nicht feststellung oder -legung) des anwesenden: es begründet das ‹en passant›. das ‹en passant› ist keine tatsache, es ist ein erscheinungszustand in bezug zu einem wahrnehmungszustand.

die reflexion bedient sich der büroklammer: biegen, winden, brechen, ablegen: neu anfügen.

(bezug: ou mallon: no more this than that – und: suspension of value judgement – was noch fehlt, ist die schärfe der wahrnehmung, die nicht wertet, sondern im blitzlicht des gewitters sieht – und schweigt (oder: auch schweigen kann).

warum soll man nicht mit der katze schnurren, warum soll man die im keller verhungerte maus nicht auf den kompost legen. warum soll man nicht reden im bewusstsein der unmöglichkeit der kommunikation (verständigung).

warum nicht reden, weil es eine freude (oder gar nichts) ist, zu wissen, dass es keine verständigung gibt. warum nicht sich selbst, en passant, zur kenntnis nehmen.) [mvs: 990614] • >conversationslexikon; provisurium; das flickwerk zum ganzen

Büstenhalter

Bypass
Bei einer Bypass-Operation werden verengte oder verstopfte Herzkranzgefässe durch eine Umleitung überbrückt, daher auch das Wort Bypass, engl. für ‹Umleitung›. So wird sichergestellt, dass das Herz auch hinter den verstopften Stellen wieder ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt wird. Als Überbrückung dienen kleine Venenstücke aus dem Unter- bzw. Oberschenkel (aortokoronarer Venen-Bypass) oder eine Umleitung der Brustwandarterie (Arteria-mammaria-interna-Bypass). Nach einer gelungenen Bypass-Operation gewöhnt sich das kleine Stückchen Venengewebe bald an seine neue Aufgabe. Es bildet seine Wände um und wird zu einer richtigen Arterie. In Deutschland werden jährlich ca. 50’000 Bypass-Operationen durchgeführt.

In den meisten Fällen findet die Operation am offenen Herzen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine statt. Damit der Arzt überhaupt an das Herz herankommt, muss er das Brustbein der Länge nach aufsägen. Danach lässt sich der Brustkorb so weit aufklappen, dass das Herz frei liegt. Das Herz wird an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, welche die Aufgaben von Herz und Lunge übernimmt. Das Herz selbst wird während der Operation stillgelegt. Die entnommenen Venenstücke werden auf die richtige Grösse zugeschnitten und in das Gefässsystem des Herzens eingepflanzt. Die Brustwandarterie behält ihren Ansatz und wird nur umgeleitet, d.h. das Ende wird auf das Herzkranzgefäss genäht. Anschliessend werden die Herzkranzgefässe mit einer Kühllösung gespült, gleichzeitig kontrolliert der Operateur, ob sie wieder gut durchlässig sind. Dann wird das Blut wieder durch das Herz geleitet und wärmt es langsam wieder auf. Meistens beginnt es von selbst wieder zu schlagen, wenn es seine normale Temperatur erreicht hat. Manchmal muss ihm auch ein kleiner Stromschlag auf die Sprünge helfen. Jetzt wird noch einmal genau geprüft, ob alle Nähte dicht sind und das Herz wieder richtig funktioniert. Erst wenn das sicher ist, wird die Herz-Lungen-Maschine abgeklemmt. Seit einigen Jahren wird die Schlüssellochchirurgie auch bei Eingriffen am Herz eingesetzt. Ist nur ein Herzkranzgefäss betroffen, lässt sich die Operation in einigen Fällen über kleine seitliche Einschnitte ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchführen. Nach einem Jahr sind Lehrbüchern zufolge erst rund 20% der Venen-Bypässe erneut verschlossen, nach zehn Jahren sind es ungefähr 40 bis 50%. Bypässe, die mit einer Brustwandarterie durchgeführt wurden, sind noch nach 20 Jahren zu 90% offen. Das Risiko eines erneuten Verschlusses hängt unter anderem entscheidend vom Lebensstil ab. [ffv 10122003] • >rohrfrei.