abbimsen
ugs. für abschreiben. Durch Abbimsen kann die eigene Prüfung oder Arbeit ausgebessert, allerdings auch verschlimmbessert werden. Der oder die AbbimserIn – wie man und frau die Abschreibenden im Zuge der Gleichstellung nennen muss – bedient sich der Arbeit eines Zweiten, um in gutem Licht dazustehen. Ursachen fürs Abbimsen sind Lernfaulheit, Dummheit, Zeitmanko zum Lernen, etc. [rg]

Abfindung
>entschuldigung; subvention; redundanz; höhlengleichnis

abhalftern
ein klein bisschen abbeissen vom eigenen ego, wegtreten vom grossen ‹barum, barum? einmal ‹w›, einmal ‹d›. die pause ist der flick am anlass. flick? die pause ist die pause. das abhalftern ist der flick an der arbeit. (wenn wir jetzt noch wüssten, ob die urknall-theorie irgendetwas erklärt, dann wüssten wir auch wieder etwas, das wir zu wissen vermeinen.) panta rhei? na ja, wenn sie es schon so lange sagen, darf man ihnen ja wohl auch nicht am zeuxs rumflicken. seis drum, s’hat ja was. (do i hear any objections, hera?)
((wenn ich ‹panta rhei› höre oder lese, dann assoziiere ich immer als erstes ‹herumstrolchende hosen› oder ‹hosen runter› – was ja ganz im widerspruch steht mit ‹pants array› (= geordnete hosen etc.) : hier spricht die plurilinguale schizophrenie: wie viele sprachen man auch immer zu verstehen vermeint, man versteht sie nicht oder so – und panta-rheit herum in vielem. und wie bitte, soll ich dann noch die steuererklärung verstehen? und warum bitte, werd ich noch als steuerpflichtige hose gepantarheit? (da kommt auch noch gleich der panther rein, gar der schwarze.) ohne halfter, den domestizierungsflick, herumrennen ist ja wohl keinem mehr vergönnt, aber meinen wir nicht genau das, wenn wir ohne maulkorb zu sprechen versuchen? wenn alles im fluss ist? etc.)) [mvs: 030304] • >ego; panta rhei; purzelbaum

Ablass
Religiöse Flicktechnik, um die menschliche Unschuld vor Gott wieder herzustellen. Nach der kath. Lehre der Nachlass zeitlicher Strafen für Sünden, deren Schuld bereits getilgt ist durch den Empfang des Busssakramentes (Beichte, Fehlereingeständnis) und durch Verrichtung eines guten Werkes (Gebet), durch körperliches Busse Tun (Selbstkasteiung) oder durch Wiedergutmachung (praktische Gemeinwesenarbeit). Der Ablass ist aus altkirchlicher Busspraxis entstanden. [ffv 12022003] • >ablasshandel; religion; trost; entschuldigung

Ablasshandel
Auswuchs der Busspraxis im 11. Jahrhundert in Frankreich, wobei Sünden und folgliche Bussoptionen zur Handelsware wurden. Statt den kirchlich-religiösen Kontext zu achten und die Busse als individuelle Wiedergutmachung zu betrachten, wurde der Ablass zum Finanz- und Tauschgeschäft. Durch die Geldspenden wurde der moralische Ursprung des Ablasses unterlaufen. [ffv 12022003] • >ablass; religion; trost

Abmagerungskur

Abnützung eines Leintuchs
«Ein altes Leintuch z.B. kann auf noch mancherlei Art verwendet werden. Da es sich zuerst in der Mitte abnützt, wird es in allererster Verwendung gekehrt, d.h. schön exakt in der Mitte, der Länge nach durchschnitten, die Endeseiten zusammengenäht und an den äußern Seiten ein schmales Säumchen gemacht; so kann es noch eine Weile weiter als Leintuch gebraucht werden. Eine andere Art der Verwendung wäre, die besten Stücke herauszuschneiden und daraus kleine Leintücher für Kinderbettchen herzurichten oder kleine Windeln zum einlegen und die übrigen Stücke zum Flicken aufzubewahren. Je nach Größe der Stücke lassen sich ausgezeichnete Tischwischtücher, Messertücher, Putztücher, Staub- oder selbst, wenn es gröberes Gewebe ist, Bodenwischtücher daraus herstellen. Wo man ganz sparsam sein will, geben die am wenigsten durchgetragenen Stücke eine ausgezeichnetes Futter für Knabenhosen oder den oberen Teil eines Mädchenunterrockes. Einzelne Stücke zusammengenäht, geben ferner sehr praktische Säcke oder Beutel, um bessere Kleider im Schranke aufzubewahren, sowie Hüllen für Bettfedern, Fassungen für Kopf-, Stuhl- oder Sofakissen. Auch Ueberzüge werden angefertigt, die als Schoner für besonders schöne oder bestickte Kissen gebraucht werden. Als Glättetuch leistet ein nahtloses Stück noch lange gute Dienste; ein kleineres kann benützt werden, um die gestärkten Hemdkragen darin einzuwickeln, bevor man sie glättet.

[…] Sehr peinliche reinliche Hausfrauen fertigen wohl auch eine Schürze an aus alter Kleinwand, die sie beim Bettemachen des Morgens schnell anziehen. Beim Großreinemachen deckt man Möbel damit, und das kleinste Stück sollte niemals weggeworfen werden, bevor es auf irgend eine Art noch gedient hat; denn der kleinste Fetzen kann einer Kissenfüllung beigefügt werden. Dem kleinen Mädchen gibt man ein ‹Blätzchen› für seine Nähversuche, den Knaben solche, um seine Malpinsel abzuwischen.

Im Krankenzimmer ist ein altes Leintuch von unschätzbarem Werte. In der Mitte entzweigeschnitten und unter dem Patienten, ohne Falten, über das Bett gebreitet, erspart sehr oft, daß das ganze Leintuch gewechselt werden muß. Kleinere Stücke sind hier nützlich als Vorlegetücher, beim Reichen von Medizin oder Nahrung im Bett, und mit ganz kleinen wischt man Medizinglas oder Löffel gut aus, bevor sie gewaschen werden können. Auch zu Kompressen oder Breiüberschlägen verwendet man am besten alte Leinwand. Ein Stück in Karbolsäure oder in ein anderes Desinfektionsmittel getaucht und vor die Türe des Krankenzimmers aufgehängt, ist in ansteckenden Krankheitsfällen zu empfehlen. Als Binden für große und kleine Wunden dienen in verschiedenen Breiten geschnittene Streifen. Bei heißem Wetter kann ein Krankenzimmer angenehm kühl bewahrt werden, wenn zwischen dem Fenster und dem Patienten ein immer naß gehaltenes Tuch aufgehängt wird.

Geschickte Hände machen aus feineren alten Leinwandresten noch recht niedliche Teebrett- oder Nachttischdecken. Mit einem schmalen Spitzchen umrändert, mit einigen schönen Phantasiestichen verziert oder auch gestickt mit farbiger Seide, entstehen daraus allerliebste kleine Handarbeiten, die der begabten Näherin Freude machen und denen niemand ansehen würde, daß dazu ein altes Leintuch verwendet wurde.» [Müller, Susanna: Das fleißige Hausmütterchen, Zürich 1925, 823]

abschmirgeln

Absolution
(lat. Loslösung), nach der kath. Lehre Abschluss des Busssakramentes (Beichte). Diese Lossprechung von der Sünde bedarf einen Stellvertreter Gottes (Priester), der damit die Entschuldung vor Gott besiegelt. Die Absolution erteilen heisst, ein Kreuzeszeichen über dem ehemals Sündigen schlagen und ihn damit vor weiterem Unheil zu bewahren, resp. das Unheil von ihm zu bannen. [ffv 12022003] • >ablass; religion; trost; entschuldigung; zertifizierung

Abtreibung

Academia, akademische Titel

akademische titel sind ja wieder in mode gekommen – nachdem in den sechziger-jahren frank zappas ‹smoke your college diploma› und andere bewusstseinserweiternde aussagen dafür gesorgt haben, dass der akademischen arroganz (und derem scheinbar selbstverständlichem machtanspruch) ein entwertungsloch ins zertifikat geknuppt wurde – : jetzt fräsen wieder hinz und kunz auf dem hosenlatzflick der titel durch die lande (nix neues unter der sonne). auch der herr (premier)-minister helmut kohl hiess gleich nach seiner nichtwiederwahl schon wieder herr doktor kohl. hat er auch nicht besser verdient.

das bringt mich in die mit allem licht nicht zu erleuchtenden hallen der schlagenden burschenschaften: wer sich mit einem schmiss die akademische superreife ins gesicht flicken lässt, sollte sich dann sofort vom doktor franz kafka behandeln lassen, der dann vom laien samuel beckett (nix titel, nur nobelpreis, den er von seiner frau abholen liess, weils ihm zu doof war (auch ein bisschen gemein das, als ob sie für die dummheit der welt was dafür könnt, aber das haben sie sicher unter sich ausgemacht)) assistiert wird.

«lass fahren dahin, der welten trug» (frei erfunden von vänçi : so in etwa barock) oder, mit den kulturheroen beavis und butthead gesagt: «it sucks!». und wenn man davon ausgeht, dass der klügste kopf noch aus der dümmsten aussage etwas lernen kann (cum grano salis oder hab ich das jetzt auch schon wieder falsch verstanden): vanitas vanitatem. oder, oder nicht, oder?! [mvs: 030304] • >zertifizierung; ego; erste hilfe; abhalftern; panta rhei; purzelbaum; neue weltordnung; get a life, pal; simpson, homer & family; beavis & butthead; orgasmus

ach ja (ambivalence revisited)
«was ich schon immer sagen wollte». im niemandsland der so klar gefühlten aussage ‹dingens›, die nicht zu sprache kommen wollen, aber so dringend sollten : «ich weiss schon, was ich sagen wollte». diese immer ungestopfte lücke des dazwischenseins (und jetzt komme mir keiner mit ‹interesse›) : wenn lippen in stummer selbstfühldenkzwischenstufen nichtsagenkönnenwollend vor sich hinmäündern, wort um wort verschliessend, zwischen ‹was zum teufel soll das jetzt› und dem sinnlichen ‹ja das jetzt›. ja, ach ja: was soll das jetzt?

«rote lippen sind zum küssen da» oder so ähnlich einfach war das leben in einem schlager der fünfziger- oder frühen sechzigerjahre: was ist dem hinzuzufügen ausser einem herz, einer seele, einem hirn und einem körper? ausserdem: nix. so allerdings suchen wir nach all dem missendem – far away.

ps.: i love you (the beatles) [mvs: 031210] • >ahnung, keine; euphemismen; küssen; stürzen; blues; horkheimer/adorno: kulturindustrie; vertrauen

Ader, soziale
«sie hatte schon immer eine soziale ader (ein herz für schwache).»

ich beneide sie alle ein wenig, die in der fürsorge, im sozialdienst, in irgendwelchen wohltätigkeitsorganisationen, im ‹sozialen bereich› überhaupt sich betätigen können. das würde ich auch gern, zum beispiel für alte leute ein wenig einkaufen gehen und im haushalt helfen oder drogensüchtige betreuen und andere kranke (falls sie keine ansteckende krankheit haben), auch asylanten und so weiter. ich glaube, jede art von sozialer flick-aufgabe gibt einem dieses schöne gefühl, nützlich zu sein und etwas sinniges zu machen im leben. man ist dann wohl ein wenig erhaben, weil besser gestellt, gleichzeitig aber entschieden gut, weil man hilft. durch die soziale differenz hat man teil an einer welt, die man selbst nicht ist, aber doch auch ein wenig bedingt, definiert und ermöglicht (so als soziales kollektiv). man ist dann sozusagen der kontrast, und gleichzeitig abenteurer, man stabilisiert den gegensatz, gibt sich aber als grenzgänger aus, indem man sich quasi-selbstlos mit ‹fremdem schicksal› auseinandersetzt (soziales engagement, anteilnahme), so wie sich eroberer, missionare, ethnographen und journalisten immer wieder mutig unter fremde stämme mischten. und dann kann man zum beispiel für sich in anspruch nehmen, ‹verantwortungsvoll› zu sein oder zumindest eine ‹verantwortungsvolle aufgabe› zu haben. aber wer verantwortet da wen? der integrierte bürger den staat? der humanist die kreuzritter? die mikrophysik den lauf der dinge? oder wird da vielleicht wieder einmal geschichte mit natur verwechselt? [lit.: roland barthes: mythen des alltags] [lh]

Ahnung, keine
«ich hab ja keine ahnung» : der verweis auf die lücke, die möglicherweise gerne gestopft werden würde.

«wie, bitte?» [mvs: 030429] • >ach, ja

Akupunktur, Akupressur
flicken, heilen ohne messer. [mvs: 030317]

Alias
(Deck)namen.

Alibi
1. Nachweis der persönlichen Abwesenheit vom Tatort zur Tatzeit eines Verbrechens. 2. Entschuldigung, Ausrede, Rechtfertigung.

Allesreiniger

alphabetisch / enzyklopädisch
der logik ein schnippchen schlagen: indem sie in ihrer einfachheit zu tage treten muss. (ordnungssysteme sind etwas vom einfachsten: in aller komplexität noch weichen sie der unmöglichkeit der identischen transformation aus : sie gehen dem scheitern aus dem weg. (das schnippchen, das die logik dem sein schlagen will, ist der röhrenblicktrichter, den sie dem sein überstülpt. als ob das sein die logik verengt anblicken würde und nicht umgekehrt. als ob das sein sich wesentlich um die logik scheren würde.)

‹ein schnippchen schlagen› : ein wort aus dem märchen : für einen moment der schläuere sein – angesichts der unmöglichkeit, den bedingungen (seinen wünschen folgend) definitiv auszuweichen : – der tod wird immer nur aufgehalten; bestenfalls wird der eigenen dummheit ein schnippchen geschlagen. (was endlich ist ein ‹schnippchen›? : das wort selbst gehört den märchen.)

die form der enzyklopädie und der alphabetischen ordnung ist in sich schon ein funkelnder witz des zufalls, des undurchschaubaren gewimmels an vorstellungen und ideen. warum sollte man das lachen dieses letterngepurzels durch eine individuelle ordnung unterbrechen (die nur gelächter hervorrufen kann) oder mit einer pseudo-alchemie in ein ganzes verschmelzen wollen (so, dass das lachen im halse würgt) – humor entzieht sich… [mvs:931116/990807] • >conversationslexicon

Altlasten
altlasten sind ehemalige deponien, nicht mehr nutzbare industrie- und gewerbestandorte, undichte leitungssysteme, verseuchte gewässer und gegenden, unsachgemäss gelagerte gefährliche stoffe, fatales politisches, literarisches, historisches erbgut, das uns durch irgendwelche umstände erhalten geblieben ist: also all das, was in einem ehemaligen soziotechnischen zusammenhang einmal neu, nützlich oder notwendig war und nun die aktuellen soziotechnischen zusammenhänge durch nicht zu leugnende existenz an ihrer unschuld, sprich unbelastetheit hindert. wie flickt man eine altbelastete gegenwart? wohin mit dem sondermüll, dem gefahrenherd hinter zäunen und mauern, auf niemandsland, oder noch schlimmer: in den köpfen, im denken und handeln, ganz hartnäckig institutionalisiert, wo er sich tagein tagaus auf’s neue reproduziert? teufelskreis, sagt man. und gleichzeitig passen altlasten so gar nicht in die kreislauf-metapher, die mensch gern für eine heile und in sich schlüssige welt anführt, dieses zyklische denken, das neben bipolaren und linearen vorstellungen immer wieder denkstrukturen prägt (ewiges karrussel im wechsel der jahreszeiten, der wochentage, der wiedergeburten bis zum nirvana). seit man so ab dem 18. jahrhundert strikte zwischen natur und kultur trennt, hat man die natur für die kreisläufe zuständig erklärt, und den menschen zum kreislaufzerstörer und -flicker gemacht (siehe auch die illustrationen zum wasserkreislauf in diversen schulbüchern: wenn da irgendwo noch ein mensch steht, dann quasi-objektiv, sozusagen als ikonographische rahmenhandlung). und bei soviel giftmüll und altmaterial möchte ich schon gern wissen, wo denn der ganze geistige müll deponiert ist, der sich da so angesammelt haben muss: wer kümmert sich um seine entsorgung? und die so genannte nachwelt wird auch in zukunft ihren teil abkriegen, para-zyklisch, also alles, was in dieser nie endenden kurve aus dem karrussell fliegt und dann so sein eigenleben führt: was das genau ist, wer weiss das schon? und flicken tun wir das auch nicht mehr selber, da sind wir dann schon längst anderswo – dort vielleicht. [lh] • >grenzwerte; hundekotbeutel; lobotomie; renaturierung; panta rhei; worst case szenario

Amme
(Ersatz)(mutter)(brust).

Amputation
Operative Entfernung eines Körperteils.

anders
wo es anders geht, ginge es auch so. so ist die norm, anders die abnorm. oder anders gesagt: so wäre somit standard und anders eben nicht, das heisst abstand-art, oder so. [lh] • >brut, art; grundsätzlich; happy end; postkarten; schaf (schwarzes); peter (schwarzer)
Anhaltspunkt

«…und auf Grund dieser unalltäglichen und doch auch wieder alltäglichen Existenz baue ich hier ein besonnenes Buch auf, aus dem absolut nichts gelernt werden kann. Es gibt nämlich Leute, die aus Büchern Anhaltspunkte für’s Leben herausheben wollen. Für diese Sorte sehr ehrenwerter Leute schreibe ich demnach zu meinem riesiggrossen Bedauern nicht. Ob das schade ist? O ja. O trockenster, solidester, brävster, bürgerlichster, liebenswürdigster, stillster aller Abenteurer, schlaf einstweilen wohl. Der Löl, der er ist, sich mit einer Mansarde zu begnügen, statt laut auszurufen: ‹Her mit der Prachtswohnung, die ihr mir zur Verfügung zu halten verpflichtet seid.› Er versteht’s eben nicht.» [Robert Walser: Aus dem Bleistiftgebiet. Zürich 2002]

ich versteh’s auch nicht. und lese deshalb oder gerade eben nicht aber immer wieder mit vergnügen und ohne jeden lerneffekt walsersches, bleistiftgebieterisches. und zwar vom röbi, nicht vom martin, denn diesen mag ich und jenen nicht und darauf kommt’s ja letztlich an. und wenn ich dann je eine prachtswohnung hätte, mit aussicht auf den genfersee und französisch hochsavoyen, dann würde ich eben viel lieber den robert einladen zu einer flasche wein aus dem eigenen rebberg und nicht den martin, so einfach ist das. und dann würde ich vielleicht meine memoiren schreiben, so mit blick auf den genfersee und französisch hochsavoyen und das wären dann ganz ausserordentlich schöne memoiren, ein flickwerk ohne jeden anhaltspunkt ausser mir selbst, spannend und wild, besonnen und kontrovers, ein wenig wahr und ein wenig gelogen und erfunden und schön. [lh/gc] • >beispiel; happy end; pataphysik; teppich (fliegender)

ankleben

Anlass, kulturell oder so
warum, frage ich mich, sind anlässe oft nicht beiträge zur kultur, sondern unausgesprochen flickwerke an bestehender kultur? besteht kultur aus tradiertem, schon bestehendem, das immer wieder mit flicken versehen wird? wohl schon, je. der anlass könnte auch sein: nacktheit, versehrbar, ohne geflick veränderbar, wachsend. [mvs: 030213] • >kulturimport, kulturexport; hin & her; lebertran

Anleitung
>laufgitter; fahrplan; anhaltspunkt; academia

anonyme Alkoholiker

Anstalt
ort für alles, was aus der gesellschaftlichen ordnung fällt. in der heilanstalt besteht die möglichkeit auf geflicktwerden, wonach dann eine vorsichtige rückführung in das ausseranstaltliche sein = harte wirklichkeit vollzogen werden kann. in der strafanstalt wird man mit entzug ebendieser harten wirklichkeit = freiheit bestraft, für ein vergehen. beide sind so etwas wie geschützte gesellschaftsflickwerkstätten: man entzieht der öffentlichkeit störfaktoren unterschiedlicher qualität und sondert sie aus: schizophrene und hysterische zu depressiven, fälscher und raser zu kinderschändern. das entlastet einerseits das schlechte gewissen, andererseits die verängstigte seele und drittens muss man dann nicht mehr hinschauen. die regeln das dann, dort drinnen. [lh] • >mikrophysik der macht

Anstandsregeln
«and i apologize for not being shaved.»
«excuse me for living.»
«ich nehme mir die freiheit.» [mvs: 030313 etc.] • >am leiden wachsend; freiherr von knigge; freundlichkeit

Antibiotika

Antibabypille

Flick über die weibliche Fruchtbarkeit. Die Pille ist ein Empfängnisverhütungsmittel und bietet bei vorschriftsmässiger Anwendung auf mehrfache Weise Schutz vor einer Schwangerschaft: Es wird verhindert, dass ein befruchtungsfähiges Ei heranreift; der Schleim im Gebärmutterhals bleibt verdickt, so dass das Aufsteigen des männlichen Samens erschwert wird; zudem ist die Schleimhaut der Gebärmutter für eine Schwangerschaft nicht vorbereitet. Die Pille wird durch den Arzt verschrieben und wird täglich eingenommen. [rg]

Apotheke
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Arichipel Gulag
>mikrophysik der macht, konzentrationslager, sing sing; gefängnis

Aside, a total
die übergeglücktfunktion : wenn eine aussage schon so brilliant ist, dass niemand sie mehr versteht – oder wenn man einfach mal lust hat auf einen sprachlichen purzelbaum : that’s a total aside. seltsamerweise besteht das leben grösstenteils aus ‹total asides›, auch wenn das die klassiker mit ihren welterklärungsmodellen aufheben möchten. hier haben wir es mit einer meinungsverschiedenheit zu tun, die spannend ist, wenn man sie über die jahrhunderte mitverfolgt: manierismus versus klassik. das ist wunderlich schön (die diskussion) für die manieristen, nicht ganz so toll für die klassiker. die sitzen auf ihren händen mit roterregtem kopf und die manieristen fuchteln fröhlich im unverständnis herum. [mvs: 030214] • >kulturimport, kulturexport; weltbilder, neue; lullaby

Aspirin, Aspirine, Aspirina
(Bayer Leverkusen)
«so viel aspirin wie’s mir im kopf denkt, kann ich gar nicht verdauen.» trotzdem: die geschichte des aspirins lehrt uns doch, dass vorher amputationen und andere ereignisse schmerzhafter waren. ebenso schmerzhaft ist, dass andere schmerzlindernde mittel nach wie vor nur stümperhaft verwendet werden. (da sollte mir jemand ‹fachkundiger› mal erklären, warum morphium besser als opium ist.)
beipackzettel: «Information für Patienten»

Was ist ASPIRIN und wann wird es angewendet?
Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieser wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Aspirin-Tabletten werden bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren angewendet zur kurzfristigen Behandlung von Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schmerzen im Bereich von Gelenken und Bändern, Rückenschmerzen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten und Fieber.

Welche Nebenwirkungen kann Aspirin haben?
Als Nebenwirkung können Magenbeschwerden auftreten. In seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Schwellung der Haut und Schleimhäute oder Hautausschläge oder Athma, Atemnot sowie Magengeschwüre und Blutungen der Magenschleimhaut auftreten. Treten Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion auf, ist das Medikament abzusetzen und der Arzt zu konsultieren. Kommt es während der Behandlung zu einer Schwarzfärbung des Stuhls oder zu blutigem Erbrechen, soll das Medikament abgesetzt und unverzüglich der Arzt aufgesucht werden. Selten kommt es zu Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Verwirrtheitszuständen.
jetzt würd ich gerne noch die «Information für Ärzte» lesen, aber die bekommt man nicht mit den tabletten. [mvs: 030617etc] • >schmerzen, generell; gute erfindung, das, saugut!; migräne

Assimilation
«So wie Assimilation Silben und Wörter hervorbringt, so können Silben in nominibus propriis wiederum Farben zu Bildern der Einbildungskraft und Züge zu Charakteren hergeben. Es ist aller Untersuchung wert woher die Bilder stammen, die wir uns von Leuten formieren, die wir nie gesehen haben, die Formen von Strassen und Städten, die wir nie gesehen haben. An dem Gesicht, das ich mir vom General Lee gemacht habe, hat das doppelte e mehr Anteil als alle seine schlechten Taten, die mir zu Ohren gekommen sind.» [Georg Christoph Lichtenberg]

Assugrin
Assugrin – die Lösung für ww’s (weight-watchers).

Als Tafelsüssstoffe werden in den meisten Ländern folgende Süssstoffe verwendet: Aspartam, Acesulfam, Saccharin und Cyclamat. Süsstoffe haben eine wesentlich höhere Süsskraft als Zucker, weisen jedoch keinen oder nur einen sehr geringen Nährwert (Kalorien) auf. Auf der Homepage von «Assugrin» werden mit bescheidenen Worten die wichtigsten Vorteile von Assugrin proklamiert. GENUSS und LEBENSQUALITÄT – zwei Schlagwörter, die jeden überarbeiteten und gestressten Mittagssandwich-Konsummenschen ansprechen müssen, stehen im Zentrum der Argumentation fürs kalorienlose Süssungsmittel. Angeblich wollen drei Viertel der Europäer ihre tägliche Kalorienaufnahme verringern. Die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten sei ihnen ein Bedürfnis, doch auf das Süsse wollten viele nicht verzichten. In meiner Phantasie sehe ich Assugrin-Packungen mit Heiligenschein.

Für Diabetiker stellt die Erfindung künstlicher Süssstoffe eine grosse Erleichterung dar. Durch Assugrin kann der Diabetiker seine Diät einhalten, ohne auf Süsses verzichten müssen. Süssstoffe verhalten sich nämlich zu Insulin- und Blutzuckerspiegel neutral.

Ob Zahnärzte Süssstoffe wohl hassen? Durch den Konsum von kleinsten Mengen Zucker sinkt der pH-Wert im Mund für rund eine halbe Stunde. Dies ist die Stunde für die zahnschädigenden Plaque-Bakterien und ihr zerstörerisches Werk! Süssstoffe helfen, Karies und Paradontitis vorzubeugen, indem ihr Konsum keine Plaque-Bildung zur Folge hat.

Nach Produzentenangaben dürfte ich mit meinem Gewicht und meiner Grösse täglich 108 Stücke Assugrin Gold konsumieren, was 434 g Zucker und 108 Würfelzuckern entspricht. Mir wird schlecht! Selbst bei kurzfristigem Mehr-Konsum seien keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten, da sich die akzeptable Tagesdosis (ADI) auf die tägliche lebenslange Einnahme beziehe und daher lediglich eine Empfehlung für das langfristige Konsumverhalten darstelle.
Die verschiedenen Süssstoffe:

Saccharin
Der Süssstoff Saccharin wurde bereits 1879 entdeckt. Seit der Jahrhundertwende wird er kommerziell zum Süssen von Lebensmitteln und Getränken genutzt. Saccharin ist etwa 300- bis 500mal süsser als Zucker und hat keine Kalorien.

Cyclamat
Cyclamat wurde 1937 entdeckt. Der Süssstoff ist etwa 30- bis 40mal süsser als Zucker und hat keine Kalorien.

Aspartam
Aspartam wurde 1965 entdeckt. Aspartam ist etwa 200 mal süsser als Zucker und ist ein kalorienarmer Süssstoff. Aufgrund der intensiven Süsskraft sind die benötigten Mengen aber so gering, dass man Aspartam als praktisch kalorienfreies Süssungsmittel betrachten kann.
Die Eiweissbausteine, aus denen Aspartam aufgebaut ist, kommen in den meisten eiweisshaltigen Nahrungsmitteln natürlich vor, so z.B. in Fleisch, Getreide, Milchprodukten und Gemüse.

Acesulfam-K
Acesulfam-K wurde im Jahre 1967 entdeckt, ist 130- bis 200mal süsser als Zucker und hat keine Kalorien.
Vor allem in Verbindung mit anderen kalorienarmen Süssstoffen hat Acesulfam-K gute synergistische Eigenschaften (diese Süssstoff-Kombinationen sind ausgewogener und wohlschmeckender als die einzelnen Süssstoff für sich alleine). [rg]

Asyl, Ausschaffung
das generöse ‹asylgewähren› – ganz im sinne von henri dunant, dem gründer des roten kreuzes, wird den verfolgten eines unterdrückenden staates im demokratischen, neutralen land schweiz genehmigt. in zeiten der politischen wirrungen und völkerwanderungen, also dann, wenn es wirklich drauf ankommt, kommen aber selbstverteidigungsreflexe zum tragen (‚das boot ist voll›, aufnahmebegehrensanträge / ausschaffungsverfahren), die doch nicht ganz so lieblich und idealistisch sind, wie man es sich in selbiger situation für sich selbst erhoffen würde. bei ausschaffungen kann es auch mal vorkommen, dass renitente zu tode geknebelt werden. [mvs: 030619] • >völkerwanderung; faschismus; kreuzigung als todesstrafe; polizisten als prügelknaben; ellis island; mikrophysik der macht

Asylwesen
das asylwesen hinkt hinter einer welt her, die auf ungleichheit beruht. wir entsorgen unseren finanzüberschuss als multipaket ‹entwicklungshilfe› in drittweltländer (insgesamt eine sanfte form von kolonialismus durch infrastruktur, humanistischem bildungsideal, liberaler ethik), ermöglichen damit ein paar aussteigern ein bisschen selbstverwirklichung in der fremde (beim aufbau von so genannten entwicklungshilfeprojekten), der internationale währungsfonds kassiert weiterhin schuldzinsen von ebendiesen ländern (vgl. die geschichte vom goldesel), man bekämpft einen terrorismus, dessen handschrift mittlerweilen jeder primarschüler lesen kann (ein selbstmordattentäter + ein LKW mit sprengstoff = al kaida), daneben haben wir eine relativ geringe ahnung von all den warlords und feudalsystemen in afrika (interessiert ja eh kein schwein), und wenn die es dann schaffen, mit irgendwelchen mitteln in eine besser welt abzuhauen (unsere welt, hier, jetzt), weil sie ein problem haben bei sich zu hause, dann teilt man sie schön säuberlich in verschiedene kategorien ein. wirtschaftsflüchtlinge = unecht, unrechtmässig, böse, grad wieder ausschaffen wenn möglich (probleme bei fehlenden papieren, fehlender identität, fehlender staatszugehörigkeit, grosses erstaunen jeweils, dass die sogar existieren, wohin damit?). politische flüchtlinge = echt, unter gewissen umständen, also wenn sie ein paar kriterien kumulativ erfüllen. bei deserteuren ist man ein wenig im zwiespalt, weil kriegsdienstverweigerer = unechte flüchtlinge, aber wenn sie auf ihr eigenes volk hätten schiessen sollen, zum beispiel, dann nimmt man sie dann doch, da ist so die ethisch-moralische grenze (probleme bei der definition von volk, siehe grundsatzdiskussionen in der volkskunde so ab 1970). insgesamt ist das asylwesen ein quantitatives verfahren, das qualitativ argumentiert, statt dass man einfach willkürlich ein kontingent an leuten aufnehmen würde, ohne die ganze gerechtigkeitsargumentation dazuzuflicken. [lh] • >asyl; mikrophysik der macht

Augen, rote
Mittels eines Vorblitzes wird versucht, die roten Augen in der Fotografie auszumerzen. Das Rot in den Augen ist eigentlich ein Ausdruck des Lebendigen, denn es handelt sich um die Blutgefässe im Glaskörper, die vom Blitz reflektiert werden, weil das Sehloch offen ist. Deshalb irritiert der kurze Vorblitz die Iris, die sich unmittelbar schliesst und damit das Sehloch so stark verkleinert, dass der Hauptblitz auf eine fastgeschlossene Iris trifft und damit rote Augen vermeidet. Weil die Kameras das Ausmerzen roter Augen zum Standard erklärt haben, muss man schon beinahe Artenschutz für diese Form der kameraimmanenten Fälschung beantragen, denn solcher Art rote Augen zeugen von der Unbekümmertheit der Abbildungstechnologie gegenüber. [ffv 04032003] • >ausbesserung

Ausbesserung
Beim Flicken sind drei Aspekte im Vordergrund: die Funktion, die Ästhetik oder beides zusammen. In den meisten Fällen, jedenfalls bei Geräten, will man die Funktion erhalten, weshalb die Flicktechnik eine untergeordnete Rolle spielt. Sie kann durchaus sehr grob und oberflächlich sein. Je komplexer allerdings die mechanischen oder elektronischen Systeme sind, um so komplexer ist auch die Suche nach dem Defekt. Deshalb werden ganze Systemblöcke ausgewechselt, in die auch der Techniker nicht hineinschaut. Er wechselt dabei bloss Einheiten aus, die das System zum Erliegen bringen. Will man die Ästhetik nach einer Reparatur erhalten, kann die Analyse im noch bestehenden Material nicht ausser Acht gelassen werden. Hier geht es darum, eine möglichst grosse Einheit zwischen dem Alten und Neuen zu erreichen, das auch im Laufe der Zeit keine Beeinträchtigung erfährt. So wird versucht, die Fehlstelle mit demselben Material oder einem mit optimaler Ähnlichkeit zu ergänzen. Nur in ganz wenigen Fällen wird bei der Flickstelle wirklich darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um einen Flick handelt und dieser im Sinne einer Authentizität gesehen werden soll.

Je nach Bewertung der restlichen Funktion ist die Reparatur auch abhängig von den involvierten Personen. Je länger ein Gerät noch halten soll, um so professioneller muss geflickt werden. Dabei entscheidet also einerseits das Kriterium der Wertschätzung, anderseits auch die Begabung und das individuelle Können, die Kreativität und der Einfallsreichtum bei der Wiederbenutzbarmachung.
Eine kleine Differenzierung ist zwischen ausbessern und verbessern zu beachten. Während das erste Verb eine Handlung darstellt, um den vorangehenden Zustand wieder zu erreichen, führt das zweite Verb zu einem zusätzlichen Mehrwert, zu etwas das über das Ursprüngliche hinausgeht und damit die Flickerei erst recht lohnt, weil es etwas mehr gibt als nur die Instandstellung. Eine Verbesserung ist eine individuelle Belohnung für die Flickarbeit. [ffv 16022003] • >reparatur
ausflicken

Z.B. die Reden mit Witz und Esprit ausflicken, wäre dringend den Politikern zu raten; Reden wie Politiker würden damit erträglicher. [ffv 31122003] • >diplomatie

Ausschäumstoffe

ausflecken

Eliminieren von weissen Staubflecken auf Fotopapier mittels Marderpinsel und Retuschefarbe. [ffv 14022003] • >retusche

Auslassung
( )
weil weniger manchmal, nicht immer, aber doch zuweilen, mehr ist (stummflick sozusagen). da pausen aber nicht nichts sind (eine nicht existente sache hat auch keinen namen), ist man oft wiederum bemüht, die unerwünschten leerstellen ihrerseits zu flicken, was im gespräch überhaupt viel anstrengender ist als permanentes ungeflicktes reden. reparieren also, sobald es zu organisationspannen kommt (schweigen oder unterbrechung), gesprächsbeitrag verlängern, ein wenig rumlabern, irgendwelche füllwörter und -seufzer bemühen, klammerbemerkungen machen, oder fremdwahl und somit das schweigen dem anderen zum reparieren geben. oder switchen, überleitung zu einem anderen thema (ja, da fällt mir gerade ein…), was dann halt allgemein ein wenig unbeholfen und brüchig daherkommt. gesprächstechnisch geniale flickmeister haben alle lieb, weil bei ihnen nie das gefühl aufkommt, dass man sich nichts zu sagen hat: flicken um des redens willen.
[lh/gc] • >schweigen; selbstreferentiell; souffleur, -se

Autokorrektur
Diese im Menü Extras aufzurufende Funktion im Textverarbeitungsprogramm Word ist sehr nützlich, weil sie eigentlich den Schreiber überlistet. Dort können nämlich alle falsch geschriebenen Wörter und die richtige Schreibweise abgelegt werden. Vielschreiber merken gar nicht mehr, dass sie immer wieder dieselben Fehler machen, weil das Programm autonom solche Änderungen vornimmt, also aus «weider» unmittelbar «wieder» macht. Es kommt natürlich immer wieder mal vor, dass diese Autofunktion Tücken hat, z.B. wenn in historischen Zitaten «daß» geschrieben werden «muß». Aber es lassen sich ja auch Ausnahmen definieren oder beide Einträge registrieren. Meine interne Liste jedenfalls hat bereits knapp 1000 Einträge und zeigt somit auf, wo meine mechanisch-legasthenischen Schwächen liegen, nämlich beim Buchstabenvertauschen. Über ein Makro (AutoCorrect Backup) kann diese sonst nicht zugängliche Liste auch ausgedruckt werden. [ffv 25122003] • >panne; schreibfehler; verschlimmbessern

Axiom
da hört das flicken auf. was für alle zu gelten hat, steht ausserhalb des verhandelbaren, ausserhalb des lebens überhaupt, zutritt verboten. in der welt der axiome herrscht pure langeweile: das perfekte verbrechen. da gibt es keine spuren zu sichern, keine gründe zu suchen, keinen sinn oder unsinn zu konstruieren, keine zusammenhänge, keine illusionen, nichts. ein axiom ist die perfektion an sich, die unerklärliche, essenzielle, und wenn ich mir vorstelle, in einer welt leben zu müssen, die ausschliesslich auf axiomen gründet, dann würde ich den selbstmord ernsthaft in erwägung ziehen: wenigstens einmal den dingen meinen willen aufzwingen, einmal die absolute determiniertheit und einzig richtige lesart ad absurdum führen. [lh] • [lit.: jean baudrillard: le crime parfait; antonin artaud: über den selbstmord. in: surrealistische texte] • >dogma; fährte (falsche); grundsätzlich; kinderfragen; recherche; tatsache; suizid